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Alterung durch Eisengehalt im Blut gesteuert

Alterung durch Eisengehalt im Blut gesteuert


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Gesunder Eisenspiegel – ein Schlüssel zur Langlebigkeit?

Menschen altern unterschiedlich schnell. Das biologische Alter einer Person soll diesen Unterschied zwischen den gelebten Lebensjahren und dem tatsächlichen Zustand des Körpers abbilden. Bei vielen Krankheiten wie Herzleiden, Demenz und Krebs steigt das Risiko mit zunehmendem biologischen Alter. Eine internationale Studie deckte nun auf, dass die Aufrechterhaltung eines gesunden Eisenspiegels im Blut das biologische Altern hinauszögert und somit der Schlüssel zu einem längeren Leben sein könnte.

Forschende des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns identifizierten Gene, die mit der Alterung zusammenhängen. Daraus leitete das Team ab, warum Menschen unterschiedlich schnell altern. Die internationale Studie, in der genetischen Daten von mehr als einer Million Menschen ausgewertet wurden, legt nahe, dass die Aufrechterhaltung eines gesunden Eisenspiegels eine zentrale Rolle beim Altern einnimmt. Die Studienergebnisse wurden kürzlich im renommierten Fachjournal „Nature Communications“ vorgestellt.

Eisen im Blut beeinflusst Risiken für altersbedingte Krankheiten

Anhand der sogenannten Mendel’schen Randomisierung, einer statistischen Analysemethode, verdeutlichten die Forschenden, dass Gene, die am Eisenstoffwechsel beteiligt sind, eine große Rolle beim gesunden Altern spielen können. Der Eisengehalt im Blut wird wiederum maßgeblich durch die Ernährung beeinflusst. Sowohl extrem hohe als auch sehr niedrige Eisenwerte im Blut stehen im Zusammenhang mit altersbedingten Leiden wie Parkinson, Lebererkrankungen und hoher Anfälligkeit für Infektionen.

Medikamente zum langsamen Altern?

Die Ergebnisse könnten die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen, um altersbedingte Krankheiten zu reduzieren, gesunde Lebensjahre zu verlängern und die Chancen zu erhöhen, krankheitsfrei bis ins hohe Alter zu leben, betonen die Forschenden. Das Team lokalisierte zehn Regionen des Genoms, die mit langer Lebensdauer, Gesundheitsspanne und Langlebigkeit zusammenhängen. Mit Eisen verbundenen Gensätze waren unter den Genen überdurchschnittlich häufig repräsentiert.

Die Forschenden halten es für möglich, mit Wirkstoffen den Eisenstoffwechsel so zu beeinflussen, dass sich der Alterungsprozess verlangsamt. Bis dahin seien aber noch weitere Forschungen auf dem Gebiet notwendig. Bis es soweit ist, sollte man regelmäßig eisenreiche Lebensmittel in die Ernährung einbauen, wie beispielsweise

  • Sojabohnen,
  • Linsen,
  • Weiße Bohnen,
  • Kichererbsen,
  • Tofu,
  • Kürbiskerne,
  • Pinienkerne,
  • Weizenkleie,
  • und Hirseflocken.

(vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek

Quellen:

  • Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns: Blood iron levels could impact healthy ageing (veröffentlicht: 16.07.2020), age.mpg.de
  • Paul R. H. J. Timmers, James F. Wilson, Peter K. Joshi, u.a.: Multivariate genomic scan implicates novel loci and haem metabolism in human ageing; in: Nature Communications, 2020, nature.com



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