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Nierensteine in den Sommermonaten häufiger: Das können Sie dagegen unternehmen


So das Risiko für Nierensteine reduzieren

Wenn die Temperaturen in den Sommermonaten steigen, steigt auch das Risiko, Nierensteine zu entwickeln, selbst wenn man noch nie welche hatte. Das hat unter anderem damit zu tun, dass wir uns im Sommer mehr draußen aufhalten und mit der Menge und Art der von uns konsumierten Speisen und Getränke.

Wie die renommierte Mayo Clinic (USA) in einem aktuellen Beitrag erklärt, gibt es verschiedene Ursachen für Nierensteine, einschließlich der Ernährung. Eine familiäre oder persönliche Vorgeschichte von Nierensteinen erhöht das Risiko, ebenso wie bestimmte Medikamente und Erkrankungen.

Verschiedene Ursachen

Warum es im Sommer häufiger zu Nierensteinen kommt, hat damit zu tun, dass Menschen bei wärmerem Wetter mehr Zeit im Freien verbringen und hohe Temperaturen, verstärktes Schwitzen sowie eine unzureichende Trinkmenge das auch als „Sommerkrankheit Harnsteine“ bekannte Phänomen begünstigen, so die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) in einer Mitteilung.

Wie die Mayo Clinic erklärt, können auch Krankheiten wie Darmerkrankungen, chronischer Durchfall, renale tubuläre Azidose, Lebererkrankungen, Cystinurie und Harnwegsinfektionen das Risiko für Nierensteine erhöhen. Ein hoher Body-Mass-Index (BMI), eine große Taillengröße und Gewichtszunahme sind ebenfalls mit einer erhöhten Gefahr für Nierensteine verbunden. Und auch eine Magenbypass-Operation sowie die Einnahme bestimmter Medikamente können dieses Risiko erhöhen.

Zudem spielt Vererbung eine Rolle. Menschen, die ein Familienmitglied mit Nierensteinen haben, entwickeln mindestens doppelt so häufig Steine wie Menschen, die diese Familiengeschichte nicht haben. Obwohl Nierensteine auch bei Menschen im Alter von 20 Jahren auftreten können, passiert dies meist erst zwischen 40 und 60. Nachdem jemand einen Stein hatte, beträgt die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres einen weiteren zu bekommen, etwa 15 Prozent.

Viel trinken

Eine der einfachsten Möglichkeiten, das Risiko von Nierensteinen zu senken, besteht laut den Fachleuten darin, viel Flüssigkeit zu trinken, insbesondere Wasser. Zusätzliche Flüssigkeit verdünnt den Urin und macht Steine weniger wahrscheinlich.

Vor allem während der Sommermonate ist es wichtig, viel zu trinken. Und zwar etwa acht bis zehn Gläser Wasser täglich, wodurch der Mayo Clinic zufolge eine Urinmenge von ungefähr 2½ Litern pro Tag zustande kommt. Zuckerhaltige Getränke sollten vermieden werden, da diese das Risiko erhöhen können.

Das Aussehen des Urins kann Aufschluss darüber geben, ob die Flüssigkeitsaufnahme ausreichend ist: Der Harn sollte hell und klar sein.

Verschiedene Präventionsmaßnahmen

Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Beim Verzehr von zu viel Salz erhöht sich die Menge an Kalzium, die die Nieren filtern müssen, und das erhöht das Risiko für Nierensteine. Dies trifft auch auf viele Nahrungsmittel zu, die vor allem im Sommer beliebt sind, einschließlich verarbeiteter Lebensmittel und Fleisch wie Hamburger.

Wie die DGU in einer Patienten-Information schreibt, trägt eine ausgewogene Ernährung zur Prävention von Nierensteinen bei. Die Fachleute empfehlen:

  • Reduzierung von Eiweiß (Fleisch, Wurstwaren) auf 0,8 g/kg Körpergewicht
  • Reduzierung der Salzzufuhr auf max. 6 g pro Tag
  • Reduzierung der Oxalataufnahme (Spinat, Rhabarber, Mangold, Kakao, Nüsse)
  • Normale Kalziumzufuhr (ca. 1 g pro Tag): Kein Meiden von Milchprodukten
  • Einstellung des Urin-pH auf 6,5 – 7,0: bikarbonatreiches Mineralwasser, Zitrussäfte, Obst, Gemüse, Salat

Des Weiteren wird zu regelmäßigen Sport und einer „Normalisierung des Gewichts“ geraten.

Den Expertinnen und Experten zufolge sollte bei wiederholter Steinbildung trotz Einhaltung der allgemeinen Präventionsmaßnahmen eine Stoffwechseluntersuchung einschließlich Sammelurinuntersuchung durchgeführt werden. Je nach Ergebnis ist dann eine medikamentöse Prophylaxebehandlung notwendig. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.


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