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Hunde stärken die emotionale Entwicklung von Kindern


Wie wirkt sich der Umgang mit Hunden auf Kinder aus?

Kleinkinder aus Haushalten mit Hunden weisen ein besseres soziales und emotionales Wohlbefinden auf als Kinder aus Haushalten ohne Hunde. Eine Studie untersuchte mögliche Gründe für diese positiven Auswirkungen.

Bei einer aktuellen Studie der University of Western Australia wurde festgestellt, dass Kinder aus Familien mit Hunden von einer verbesserten sozialen und emotionalen Entwicklung zu profitieren scheinen. Die Ergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachjournal „Pediatric Research“ veröffentlicht.

Daten aus 1.646 Haushalten wurden analysiert

Für die Studie wurden die Daten von Fragebögen aus 1.646 Haushalten ausgewertet, in denen Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren lebten. Es wurde bereits zuvor angenommen, dass der Besitz eines Hundes für das Wohlbefinden kleinerer Kinder einige Vorteile mit sich bringen würde, die festgestellten Auswirkungen waren nach Aussagen der Forschenden allerdings sehr überraschend: Alleine die bloße Anwesenheit eines Familienhundes ist mit vielen positiven Verhaltensweisen und Emotionen verbunden.

686 Haushalte besaßen einen Hund

Um die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern und ihren möglichen Zusammenhang den Familienhunden zu untersuchen, wurden Daten analysiert, welche zwischen dem Jahr 2015 und 2018 erhoben wurden. Eltern von Kindern im Alter zwischen zwei und fünf Jahren füllten Fragebögen aus, um die körperliche Aktivität und die sozial-emotionale Entwicklung ihres Kindes zu beurteilen. Von den 1.646 in die Studie einbezogenen Haushalten besaßen 686 (42 Prozent) einen Hund.

Verbessern Spaziergänge mit dem Hund das Sozialverhalten?

Bei Kindern aus Haushalten mit Hunden, welche mindestens einmal pro Woche mit dem Hund spazieren gingen, war die Wahrscheinlichkeit einer schlechten sozialen und emotionalen Entwicklung um 36 Prozent geringer, als bei Kindern, welche weniger als einmal pro Woche mit ihrem Hund spazieren gingen.

Mit dem Hund spielen macht rücksichtsvoller

Spielten Kinder dreimal oder öfter pro Woche mit ihrem Hund, war dies mit einer 74 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit für rücksichtsvolles Verhalten verbunden, verglichen mit Kindern, die weniger als dreimal pro Woche mit dem Hund der Familie spielten.

Kinder mit Hund hatten weniger emotionale Schwierigkeiten

Kinder aus Haushalten mit Hunden hatten auch nach Berücksichtigung von Alter, biologischem Geschlecht, Schlafgewohnheiten, Bildschirmzeit und Bildungsniveau der Eltern ein 23 Prozent geringeres Risiko für allgemeine Schwierigkeiten mit Emotionen und sozialen Interaktionen, verglichen mit Kindern ohne einen Hund in der Familie.

Weitere Vorteile für Kinder aus Haushalt mit Hund

Außerdem war bei Kindern aus Haushalten mit einem Hund die Wahrscheinlichkeit antisozialer Verhaltensweisen um 30 Prozent geringer, die Wahrscheinlichkeit von Problemen im Umgang mit anderen Kindern war um 40 Prozent reduziert und die Wahrscheinlichkeit rücksichtsvoller Verhaltensweisen war um 34 Prozent erhöht, berichten die Forschenden.

Hund begünstigte Entwicklung und Wohlbefinden

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Besitz von Hunden der Entwicklung und dem Wohlbefinden von Kindern zugute kommen kann. Die Forschungsgruppe spekuliert, dass dies auf die Bindung zwischen Kindern und ihren Hunden zurückzuführen sein könnte. Stärkere Bindungen zwischen Kindern und ihren Haustieren könnten mit der Zeit zusammenhängen, in der sie miteinander spielen und spazieren gehen. Dies könnte die soziale und emotionale Entwicklung fördern.

Weitere Forschung ist nötig

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelte, waren die Forschenden nicht in der Lage, den genauen Mechanismus zu bestimmen, durch den der Hundebesitz die soziale und emotionale Entwicklung von Kleinkindern begünstigen kann. Weitere Untersuchungen sollten daher den potenziellen Einfluss des Besitzes verschiedener Haustiere auf die Entwicklung der Kinder analysieren. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Elizabeth J. Wenden, Leanne Lester, Stephen R. Zubrick, Michelle Ng, Hayley E. Christian: The relationship between dog ownership, dog play, family dog walking, and pre-schooler social–emotional development: findings from the PLAYCE observational study, in Pediatric Research (veröffentlicht 06.07.2020), Pediatric Research



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