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Schlüssel zur Langlebigkeit – Ein bestimmtes Protein ist entscheidend


Gesteigerte Lebenserwartung durch höhere Humanin-Werte?

Ein spezielles Protein scheint einen großen Einfluss auf die Gesundheit und Langlebigkeit von Tieren und Menschen zu haben. Diese Entdeckung könnte die Behandlung einer Vielzahl von altersbedingten Krankheiten ermöglichen.

Bei einer Untersuchung unter der Leitung der Leonard Davis School of Gerontology der University of Southern California wurde festgestellt, dass das Peptid Humanin einen erheblichen Einfluss auf die Lebenserwartung von Menschen und Tieren zu haben scheint. Die Ergebnisse wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Aging“ publiziert.

Studie umfasste Menschen und Tiere

Für die Studie wurde ein Peptid mit der Bezeichnung Humanin untersucht, welches im kleinen Genom der Mitochondrien kodiert ist. Es wurden Werte von Humanin in mehreren Tierarten analysiert, darunter Würmer und Mäuse, sowie in Menschen, darunter Personen mit Alzheimer und 18 Kinder von Hundertjährigen.

Humaninspiegel mit Lebenserwartung verbunden

Von Experimenten an Labortieren bis hin zu Messungen an Menschen zeigt die Forschungsarbeit, wie höhere Humaninspiegel im Körper mit längerer Lebensdauer und besserer Gesundheit zusammenhängen. Dies ist zudem mit einem geringeren Risiko für Krankheiten wie beispielsweise Alzheimer verbunden, berichten die Forschenden.

Humanin kann altersbedingte Krankheiten vorbeugen

Humanin ist seit langem dafür bekannt, dass es zur Vorbeugung vieler altersbedingter Krankheiten beiträgt. Die aktuelle Studie zeigt jedoch erstmals, dass Humanin auch die Lebensspanne verlängern kann, berichten die Forschenden.

Ist Humanin der Schlüssel zur Regulierung der Lebensdauer?

Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen das Potenzial von Humanin und anderen mitochondrialen Proteinen für die Behandlung altersbedingter Krankheiten. Sie weisen auch darauf hin, dass Humanin ein alter mitochondrialer Signalmechanismus sein könnte, welcher der Schlüssel für die Regulierung der Gesundheit und Lebensspanne des Körpers ist, erläutert die Forschungsgruppe.

Humanin nimmt normalerweise mit dem Alter ab

Humanin-Werte nehmen bei vielen Arten mit dem Alter ab. In der neuen Studie beobachteten die Forschenden höhere Humanin-Werte in Organismen, die für ein langes Leben prädisponiert sind, darunter der Nacktmull. Der Nacktmull erfährt während seiner 30-jährigen Lebensspanne nur einen sehr langsamen Rückgang der im Körper zirkulierenden Humanin-Werte.

Massiver Rückgang von Humanin im Laufe des Lebens

Im Gegensatz dazu erleiden Mäuse in den ersten 18 Lebensmonaten einen massiven 40-prozentigen Rückgang von Humanin, und Primaten wie Rhesusaffen scheinen einen ähnlich dramatischen Rückgang des Humanins zwischen dem Alter von 19 und 25 Jahren durchzumachen, berichtet das Team.

Kindern von Hundertjährigen hatten höhere Humaninspiegel

Beim Menschen beobachteten die Forschenden das Phänomen höherer und anhaltenderer Humaninspiegel an 18 Kindern von Hundertjährigen gegenüber einer Kontrollgruppe von 19 Kindern von Nicht-Hundertjährigen. Kindern von Hundertjährigen erreichen statistisch gesehen mit größerer Wahrscheinlichkeit ein hohes Alter.

Was bewirkte eine Erhöhung der Humaninspiegel?

Bei einigen Spezies, darunter Würmer und Mäuse, reichte es aus, ihre Gene so zu verändern, dass sie höhere Mengen an Humanin in ihrem Körper produzieren, um so die Lebensspanne signifikant zu verlängern. Aber diese langlebigeren Tiere hatten weniger Nachkommen. Forschende haben ein ähnliches Muster bei langlebigen Menschen beobachtet.

Kompromiss zwischen Langlebigkeit und Fortpflanzung?

Dieser Kompromiss zwischen Langlebigkeit und Fortpflanzung ist vermutlich auf ein evolutionär konserviertes Gleichgewicht zwischen dem Einsatz von Energie zur Erzeugung von mehr Nachkommen oder der Nutzung der Energie zur Erhaltung des Organismus für zukünftige Fortpflanzungsbemühungen zurückzuführen, erklären die Forschenden.

Auswirkungen auf Erkrankungen?

Höhere Humaninwerte sind nicht nur mit einer verlängerten Lebensdauer verbunden. Niedrigere Werte können das Krankheitsrisiko erhöhen und die Resistenz gegen toxische Expositionen verringern. Die Forschenden analysierten auch Proben der Rückenmarksflüssigkeit von einer kleinen Anzahl von Alzheimer-Patienten und Kontrollpersonen ohne Demenz. Dabei stellten sie fest, dass die Humanin-Werte bei den Alzheimer-Patienten viel niedriger waren.

Wirkung des Humaninspiegels auf mitochondriale DNA

In Nabelschnurblutproben von Neugeborenen korrelierten hohe Humaninspiegel mit einer hohen Anzahl von Kopien mitochondrialer DNA (mtDNA) oder der Anzahl der Kopien des mitochondrialen Genoms, die in jeder Zelle vorhanden ist. Humanin-Spiegel sind also umgekehrt korreliert mit einer Abnahme der Kopienzahl der mitochondrialen DNA (mtDNA), die an sich mit einer Reihe verschiedener Krankheiten wie Krebs, Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht wurde, erklärt die Forschungsgruppe.

Humanin hat Potenzial zur Behandlung von altersbedingten Krankheiten

Die neue, breit angelegte Studie unterstreicht die Bedeutung von Humanin als potenziell leistungsfähigen Regulator der Lebensspanne und der Gesundheit. Humanin könnte nützlich für die Behandlung einer Vielzahl von altersbedingten Krankheiten sein, so die Hoffnung der Forschenden. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Kelvin Yen, Hemal H. Mehta, Su-Jeong Kim, YanHe Lue, James Hoang et al.: The mitochondrial derived peptide humanin is a regulator of lifespan and healthspan, in Aging (Veröffentlicht 23.05.2020), Aging


Video: 15-Yr-Old Kelvin Doe Wows. (Januar 2022).