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Corona-Pandemie: So viele Krankmeldungen wie seit 20 Jahren nicht mehr

Corona-Pandemie: So viele Krankmeldungen wie seit 20 Jahren nicht mehr


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Corona: Krankschreibungen erreichen neues Rekordhoch

Der Krankenstand in Deutschland hat im März 2020 ein Rekordhoch erreicht. Der Anteil der krank gemeldeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lag in diesem Monat auf dem höchsten Wert seit 20 Jahren, wie eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt.

Zwar wurde während der bisherigen Corona-Krise über rückläufige Krankenhaus-Patientenzahlen und auch über einen deutlichen Rückgang von Facharztbesuchen berichtet, doch der Krankenstand hat ein neues Rekordhoch erreicht. Dies könnte auch mit präventiven Krankmeldungen aufgrund der Corona-Pandemie zu erklären sein.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von über fünf Millionen Versicherten ausgewertet

Wie die Techniker Krankenkasse (TK) in einer aktuellen Mitteilung schreibt, hat der Krankenstand in Deutschland im März 2020 ein Rekordhoch erreicht.

Die aktuelle Auswertung, für die die TK die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ihrer rund 5,3 Millionen versicherten Erwerbspersonen ausgewertet hat, zeigt, dass der Anteil der krank gemeldeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit 6,84 Prozent auf dem höchsten Wert seit 20 Jahren lag.

Zum Vergleich: 2019 betrug das Jahreshoch beim Krankenstand 5,30 Prozent und 2018 waren es 6,30 Prozent.

Krankschreibungen wegen Erkältungskrankheiten

Den Angaben zufolge sind Erkältungskrankheiten maßgeblich für diesen Anstieg. Auch hier verzeichnet die Statistik laut der TK die höchsten Werte seit 20 Jahren.

In der zweiten Märzhälfte betrug der Krankenstand aufgrund von Erkältungssymptomen demnach 2,70 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es nur 1,46 Prozent und im Jahr 2018 2,42 Prozent.

Der neue Diagnoseschlüssel für COVID-19 spielt bei den Krankschreibungen aber nur eine untergeordnete Rolle. Lediglich 3.304 Arbeitsunfähigkeit-Fälle aller insgesamt im März 2020 gemeldeten 884.389 Fälle wurden mit der Diagnose COVID-19 kodiert.

Alle zwei Jahre eine starke Erkältungswelle

„Wir gehen davon aus, dass sich ein großer Anteil des überdurchschnittlichen Krankenstandes durch präventive Krankmeldungen aufgrund der Corona-Pandemie erklären lässt“, so Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK.

„Die Menschen haben sich an die Empfehlung gehalten, bei Erkältungssymptomen sicherheitshalber zu Hause zu bleiben, um andere nicht zu gefährden“, sagt der Experte.

„In der Regel kommt es alle zwei Jahre zu einer starken Erkältungswelle, die sich in hohen Fehltagen niederschlägt. Vor Corona haben wir den bislang höchsten Wert an Krankmeldungen während der Grippesaison 2017/2018 verzeichnet.“ (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.



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