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Neue Immuntherapie verhindert Wachstum von Eierstockkrebs

Neue Immuntherapie verhindert Wachstum von Eierstockkrebs


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Verbesserte Behandlung von Eierstockkrebs in Aussicht?

Vage und uncharakteristische Symptome von bösartigem Eierstockkrebs bewirken häufig, dass die Krankheit erst sehr spät diagnostiziert wird. Dies führt dazu, dass viele Menschen an der Erkrankung versterben. Die Ergebnisse einer neuen Studie könnten hier in Zukunft vielleicht Abhilfe schaffen. Sie zeigen, dass die Ausbreitung von Eierstockkrebs verhindert und Tumore reduziert werden können, indem man einige spezifische Immunzellen aus dem Fett in der Bauchhöhle entfernt.

Bei der aktuellen Untersuchung der Aarhus University in Dänemark wurde festgestellt, dass Eierstockkrebs effektiv durch eine Entfernung von spezifische Immunzellen behandelt werden kann. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Journal of Experimental Medicine“ veröffentlicht.

Rolle von Makrophagen bei Eierstockkrebs?

Die an Mäusen durchgeführte Studie deutete darauf hin, dass es möglich zu sein scheint, die Ausbreitung von Eierstockkrebs zu verhindern und Tumore zu reduzieren. Dafür müssen einige spezifische Immunzellen, so genannte Makrophagen, aus dem in der Bauchhöhle gespeicherten Fett (omentales Fett) entfernt werden.

Zellen von Eierstockkrebs können sich in die Bauchhöhle absondern

Eierstockkrebs tritt am häufigsten in den Eileitern auf. Der Ausgangspunkt für das Forschungsprojekt war das Wissen darüber, dass sich Zellen dieser Art von Krebs ablösen und in die Bauchhöhle absondern können.

Krebszellen lagern sich im omentalen Fett ein

Da dieser Vorgang sehr früh im Verlauf der Krankheit auftritt, müssen sich die abgelösten Krebszellen an etwas befestigen, um ihr Überleben abzusichern. Das omentale Fett wird in diesem Fall zu einer Art Wirt für Zellen, die sonst absterben würden. Wenn sich die Tumorzellen in dieses Fett einlagern, verändern zwei spezifische Arten von Immunzellen ihren Charakter. Dadurch beginnen sie die Erkrankung zu unterstützen.

Welche Veränderungen konnten beobachtet werden?

Einer der Makrophagentypen, der bereits im Gewebe vorhanden ist, beginnt den Tumor bei der weiteren Ausbreitung in die anderen Organe der Bauchhöhle zu unterstützen. Gleichzeitig beginnt der zweite Makrophagentyp, der aus der Blutbahn kommt und als Reaktion auf die Infiltration von Tumorzellen in das omentale Fett rekrutiert wird, dem Versuch des Immunsystems entgegenzuwirken, die invasiven Krebszellen zu bekämpfen. Auf diese Weise helfen sie dem Tumor zu wachsen.

Behandlung hemmte Ausbreitung und lies Tumore schrumpfen

Bei der Studie experimentierten die Forschenden zunächst mit der Entfernung der bereits im Gewebe gefundenen Makrophagen, was sie zu der Erkenntnis führte, dass dies die Ausbreitung des Krebses in der Bauchhöhle hemmt. Allerdings wurde der Tumor im ormentalen Fett dadurch nicht kleiner. Als die Forschenden gleichzeitig die oben genannten Makrophagen aus der Blutbahn entfernten, war das Ergebnis sowohl eine geringere Ausbreitung als auch ein schrumpfender Tumor.

Unterschiede zur normalen Immuntherapie

Die neue Art der Therapie unterscheidet sich von der typischen Immuntherapie, die eine Unterstützung der T-Zellen zur Abtötung von Tumoren umfasst. Diese Form der Immuntherapie ist ein fester Bestandteil der modernen immunologischen Behandlung geworden. Bei der neuen Behandlung handelt es sich ebenfalls um eine Immuntherapie, diese konzentriert sich allerdings auf einen anderen Teil des Immunsystems.

Weitere Forschung ist nötig

Das Forschungsergebnis hat ein offensichtliches Potenzial für eine verbesserte Behandlung von Eierstockkrebs in der Zukunft, allerdings mit der wichtigen Einschränkung, dass die Tests bisher nur an Mäusen durchgeführt wurden. Der nächste Schritt ist die Entwicklung eines Medikaments, welches am Menschen getestet werden kann. Die Studie führt aber jetzt schon zu einem tieferen Verständnis darüber, was dem Körper bei der Entstehung von Eierstockkrebs hilft und was ihn beeinträchtigt. Die Ergebnisse sind außerdem sehr interessant, weil ähnliche Makrophagen aus der Blutbahn auch in Modellen für Hautkrebs vorkommen. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Anders Etzerodt , Morgane Moulin , Thomas Koed Doktor , Marcello Delfini , Noushine Mossadegh-Keller et al.: Tissue-resident macrophages in omentum promote metastatic spread of ovarian cancer, in Journal of Experimental Medicine (Veröffentlicht 17.01.2020), Journal of Experimental Medicine



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