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Achtsamkeitstraining hilft gegen Schmerzen und negative Emotionen


Achtsamkeit gegen Schmerzen und negative Gefühlszustände?

Gibt es einen effektiven Weg, um Schmerzen zu bekämpfen und besser mit negativen Emotionen umzugehen? Es scheint tatsächlich hilfreich, wenn betroffene Personen eine Einführung in sogenannte Techniken der Achtsamkeit bekommen. Durch das Achtsamkeitstraining lässt sich laut einer aktuellen Studie eine Linderung der Beschwerden erreichen.

Bei der aktuellen Untersuchung der international hoch angesehenen Yale University wurde festgestellt, dass Achtsamkeit Menschen hilft, besser mit körperlichen Schmerzen und negativen Emotionen umzugehen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Social, Cognitive, and Affective Neuroscience“ veröffentlicht.

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit (Mindfulness) bedeutet, den derzeitigen Moment mit größter Achtsamkeit zu leben. Die Achtsamkeit sollte dabei durchaus zielgerichtet sein, aber es sollte keine Wertung unserer Gedanken, Gefühle, des Körpers und der Umgebung erfolgen. Achtsamkeit ist also das Bewusstsein und die Akzeptanz einer Situation ohne deren Beurteilung.

Vorteile durch angewendete Achtsamkeit

Die Wirkung von Achtsamkeit war so ausgeprägt, dass die Teilnehmenden selbst bei starker Hitzeeinwirkung auf ihren Unterarm so reagierten, dass ihr Gehirn die auftretende Hitze als eine normale Temperatur wahrnahm. „Es ist, als ob das Gehirn auf warme Temperatur reagiert, nicht auf sehr hohe Hitze”, berichtet Studienautorin Professorin Hedy Kober von der Yale University in einer Pressemitteilung.

Kurze Anleitung zur Achtsamkeit

Achtsamkeit hat nachweislich Vorteile bei der Behandlung vieler Erkrankungen wie beispielsweise Angst und Depression. Die Forschenden wollten jedoch herausfinden, ob Menschen ohne formelle Ausbildung in Meditation und Achtsamkeit von einer kurzen 20-minütigen Einführung in die Konzepte der Achtsamkeit profitieren könnten.

Wie lief die Studie ab?

Die Teilnehmenden der Studie wurden in zwei Kontexten getestet, während sie sich Scans des Gehirns unterzogen. Einerseits sollte die Reaktion auf körperliche Schmerzen beurteilt werden, welche durch die Anwendung von hoher Hitze auf den Unterarm ausgelöst wurde. Zum anderen wurde ihre Reaktion gemessen, wenn sie mit negativen Bildern konfrontiert wurden.

Unterschiede bei Signalwegen festgestellt

In beiden Kontexten fanden die Forschenden signifikante Unterschiede in den Signalwegen des Gehirns, wenn die Teilnehmenden gebeten wurden, Techniken der Achtsamkeit anzuwenden, anstatt normal zu reagieren.

Teilnehmende berichteten über verschieden Vorteile

Insbesondere berichteten die Teilnehmenden über weniger Schmerzen und negative Emotionen bei der Anwendung von Techniken der Achtsamkeit. Gleichzeitig zeigte ihr Gehirn eine signifikante Verringerung der mit Schmerzen und negativen Emotionen verbundenen Aktivität.

Achtsamkeit könnte auch bei chronischen Erkrankungen vorteilhaft sein

Diese neurologischen Veränderungen traten nicht im präfrontalen Kortex auf, der die bewusste oder rationale Entscheidungsfindung reguliert, daher waren sie nicht das Ergebnis bewusster Willenskraft, berichteten die Autoren. Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass Achtsamkeitstraining auch bei chronischen Erkrankungen klinische Vorteile haben könnte, selbst ohne eine lange Praxis von Meditation. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Hedy Kober, Jason Buhle, Jochen Weber, Kevin N Ochsner, Tor D Wager: Let it be: Mindful-acceptance down-regulates pain and negative emotion, in Social, Cognitive, and Affective Neuroscience (Veröffentlicht 27.01.2020), Social, Cognitive, and Affective Neuroscience
  • Bill Hathaway: Antidote to pain and negativity? Let it be, Yale University (Veröffentlicht 19.02.2020), Yale University



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