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Schlechte Schlafqualität bei Frauen erhöht Risiko für Herzerkrankungen und Fettleibigkeit


Warum führen Schlafprobleme bei Frauen zu Herzerkrankungen?

Wenn Frauen Schlafprobleme haben, essen sie häufig zu viel und nehmen meist auch eine minderwertige und ungesunde Ernährung zu sich. Eine aktuelle Studie weist darauf hin, dass eine schlechte Schlafqualität das Risiko von Herzerkrankungen und Fettleibigkeit erhöhen kann. Diese Erkenntnis könnte auf mögliche Interventionen zur Verbesserung der Herzgesundheit von Frauen hinweisen.

Bei der aktuellen Untersuchung des Irving Medical Center der Columbia University wurde festgestellt, dass schlechter Schlaf bei Frauen zu Herzerkrankungen und Fettleibigkeit beitragen kann. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Journal of the American Heart Association“ (JAHA) veröffentlicht.

Wenig Schlaf begünstigt Adipositas, Diabetes und Herzkrankheiten

Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass Menschen, die zu wenig schlafen, mit größerer Wahrscheinlichkeit an Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herzkrankheiten erkranken. Dieser Zusammenhang kann teilweise durch die Ernährung der betroffenen Personen erklärt werden.

Damalige Studien berücksichtigten nicht die Schlafqualität

Die damaligen Studien waren jedoch eng auf bestimmte Nahrungsmittel oder Nährstoffe (wie Fisch, Süßigkeiten oder gesättigte Fettsäuren) ausgerichtet oder maßen nur die Schlafdauer, nicht aber die Schlafqualität. Die neue Forschungsarbeit wurde konzipiert, um ein umfassenderes Bild von Frauen im Zusammenhang mit Schlafproblemen zu bekommen, indem Zusammenhänge zwischen der allgemeinen Ernährungsqualität und verschiedenen Aspekten der Schlafqualität untersucht wurden.

Sind Frauen anfälliger für Schlafprobleme?

Frauen sind besonders anfällig für Schlafstörungen über die gesamte Lebensspanne hinweg, weil sie oft die Verantwortung für die Betreuung von Kindern und Familie tragen. Im späteren Leben ergeben sich auch Schlafprobleme wegen der Hormone in den Wechseljahren.

An der neuen Studie nahmen fast 500 Frauen teil

Die Forschenden analysierten die Schlaf- und Essgewohnheiten einer ethnisch vielfältigen Gruppe von 495 Frauen im Alter von 20 bis 76 Jahren. Die Studie untersuchte die Schlafqualität, die Zeit, die zum Einschlafen benötigt wurde, und die auftretende Schlaflosigkeit.

Typisches Ernährungsmuster der Frauen wurde festgestellt

Die Teilnehmerinnen berichteten auch über die Art und Menge der Nahrungsmittel, die sie normalerweise das ganze Jahr über konsumieren. So konnte das typischen Ernährungsmuster dieser Frauen festgestellt werden. Ähnlich wie bei früheren Studien zu Schlaf und Ernährung stellte die aktuelle Untersuchung fest, dass Personen mit einer insgesamt schlechteren Schlafqualität sich auch ungesünder ernähren. Insbesondere konsumierten diese Frauen mehr von zugesetzten Zuckern, die mit erhöhtem Risiko für Adipositas und Diabetes assoziiert werden.

Höhere Kalorienaufnahme durch weniger Schlaf?

Frauen, welche länger brauchten, um einzuschlafen, hatten eine höhere Kalorienaufnahme und nahmen größere Mengen von Nahrung zu sich. Frauen mit schwereren Symptomen von Schlaflosigkeit verzehrten mehr Nahrung und weniger ungesättigte Fette als Frauen mit milderer Schlaflosigkeit. Die Interpretation ist, dass Frauen mit schlechter Schlafqualität bei den Mahlzeiten übermäßig viel essen und eine ungesündere Nahrungswahl treffen, berichten die Forschenden.

Wie könnte schlechter Schlaf zu schlechter Ernährung beitragen?

Eine schlechte Schlafqualität kann zu einer übermäßigen Nahrungs- und Kalorienaufnahme führen, indem Hungersignale stimuliert oder Sättigungssignale unterdrückt werden. Die Sättigung wird weitgehend durch das Gewicht oder Volumen der verzehrten Nahrung beeinflusst. Es könnte sein, dass Frauen mit Schlaflosigkeit eine größere Menge an Nahrung zu sich nehmen, um sich schließlich satt zu fühlen.

Wirkt sich schlechte Ernährung vielleicht auf die Schlafqualität aus?

Es ist jedoch auch möglich, dass sich eine schlechte Ernährung negativ auf die Schlafqualität von Frauen auswirkt. Mehr zu essen könnte auch Magen-Darm-Beschwerden verursachen, die beispielsweise das Einschlafen oder Durchschlafen erschweren.

Weitere Forschung ist nötig

Angesichts der Tatsache, dass falsche Ernährung und Überernährung zu Übergewicht führen können, was ein bekannter Risikofaktor für Herzerkrankungen ist, sollte weitere Forschung in Zukunft überprüfen, ob Therapien, welche die Schlafqualität verbessern, die kardiometabolische Gesundheit von Frauen fördern können. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Faris M. Zuraikat, Nour Makarem, Ming Liao ,Marie‐Pierre St‐Onge, Brooke Aggarwal: Measures of Poor Sleep Quality Are Associated With Higher Energy Intake and Poor Diet Quality in a Diverse Sample of Women From the Go Red for Women Strategically Focused Research Network, in Journal of the American Heart Association (Veröffentlicht 17.02.2020), JAHA


Video: Schlafstörungen: Gefahr für Herz und Kreislauf. Visite. NDR (Juli 2021).