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Safran kann gegen rheumatoide Arthritis helfen


Weiteres Anwendungsgebiet von Safran bestätigt?

Safran ist ein exotisches Gewürz und gleichzeitig ein vielseitiges Heilmittel. Schon seit der Antike wird Safran im Orient gegen verschiedenste gesundheitliche Beschwerden eingesetzt. Seit einigen Jahren wird sein zuvor auf Beobachtung und Überlieferung basierender Wirkungsbereich nun auch wissenschaftlich untersucht und ist in vielen Punkten bereits belegt.

Bislang waren vor allem Heiserkeit, Asthma, Entzündungen, Psychosen, Depression, Angst und Angststörungen, Libidoschwäche, Regelschmerzen, Wundheilung und Abwehr von Mikroben Anwendungsgebiete für Safran. Nun hat ein Forschungsteam womöglich eine weitere Einsatzmöglichkeit wissenschaftlich bestätigt.

Studie untersucht Wirkung von Safran auf rheumatoide Arthritis

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Iran University of Medical Sciences haben in einer randomisierten, Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie untersucht, wie Safran sich auf Patientinnen mit rheumatoider Arthritis auswirkt. 66 Frauen im Alter über 18 Jahren nahmen daran teil, 61 blieben bis zum Abschluss der Studie dabei. 31 von ihnen erhielten jeden Tag eine Dosis Safran, 30 Frauen in der Kontrollgruppe bekamen stattdessen ein Placebo.

Zu welchem Ergebnis kommt die Studie?

Die Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Phytotherapy Research“ veröffentlicht wurde, ergab, dass durch die Einnahme von Safran die Zahl der empfindlichen, geschwollenen Gelenke deutlich zurückging. Auch die Schmerzintensität ließ im Vergleich zur Placebo-Gruppe deutlich nach. Verschiedene Blutwerte, an denen sich das Ausmaß der Erkrankung erkennen lässt, fielen in der Safran-Gruppe ebenfalls günstiger aus.

„Den Ergebnissen zufolge könnten Safranzusätze die klinischen Ergebnisse bei Patienten mit rheumatoider Arthritis eindeutig und signifikant verbessern“, heißt es in der Studie. Da die Anzahl der Teilnehmenden jedoch relativ gering war, wären weitere Studien mit einer größeren Zahl von Betroffenen wünschenswert.

Hat Safran Nebenwirkungen?

In der vorliegenden Studie traten keine Nebenwirkungen auf. Auch bei den normalerweise zum Backen und Würzen verwendeten Mengen muss man sich keine Sorgen machen.

Erst bei einer großen aufgenommenen Menge kann Safran eine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen nennt als mögliche Folgen „schwere Vergiftungen mit Brechdurchfall, Koliken, Haut- und Schleimhautblutungen, Schwindel, Delirien, Krampfanfälle und Kollaps”; Schwangeren droht eine Fehlgeburt.

Hinweis

Ob Safran als Nahrungsergänzungsmittel zur unterstützenden Behandlung gesundheitlicher Beschwerden im individuellen Fall sinnvoll und geeignet ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin.

Was ist rheumatoide Arthritis?

Die rheumatoide Arthritis äußert sich durch meist schmerzhafte Entzündungen in mehreren Gelenken. Sie befällt durchschnittlich einen von hundert Menschen und tritt meist nach dem 50. Lebensjahr auf. Frauen sind häufiger davon betroffen als Männer.

Die Ursachen sind noch nicht genau bekannt. Allerdings spielt ein überschießendes Immunsystem wohl eine große Rolle: Bei der rheumatoiden Arthritis attackiert das Immunsystem eigenes Gewebe, was zu einer Gelenkentzündung führt.

Neben den Gelenken ist oft der gesamte Körper beeinträchtigt. Die Krankheit kann nicht nur zu Gelenkverschleiß führen, sondern auch andere Organe wie die Augen, die Nerven, die Lunge oder Blutgefäße betreffen.

Nähere Informationen zu Symptomen, Diagnose und Behandlung einer rheumatoiden Arthritis erhalten Sie bei der Deutschen Rheuma-Liga.

Sie möchten mehr über Safran erfahren?

Viele weitere interessante Informationen zur Pflanze Safran (Crocus sativus) und ihren vielfältigen Einsatzmöglichkeiten als Gewürz und Heilmittel finden Sie in unserem Artikel „Safran – Wirkung, Anwendung und Dosierung“. (kh)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Magistra Artium (M.A.) Katja Helbig

Quellen:

  • Hamidi, Zahra, Aryaeian, Naheed, Abolghasemi, Jamileh et al.: The effect of saffron supplement on clinical outcomes and metabolic profiles in patients with active rheumatoid arthritis: A randomized, double‐blind, placebo‐controlled clinical trial; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 11.02.2020), Wiley
  • Deutsche Rheuma-Liga: Rheumatoide Arthritis (Abruf am 12.02.2020), Deutsche Rheuma-Liga
  • Informationszentrale gegen Vergiftungen: Krokus-Arten. Frühjahrs-Krokus (Crocus albiflorus), Safran-Krokus (Crocus sativus); (Abruf am 12.02.2020) , Informationszentrale gegen Vergiftungen


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