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Krebs-Risiko? Nutzung von E-Zigaretten führt zu Veränderungen der Gene

Krebs-Risiko? Nutzung von E-Zigaretten führt zu Veränderungen der Gene


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Auswirkung der Verwendung von E-Zigaretten

Die Verwendung von E-Zigaretten (Vaping) scheint zu wichtigen biologischen Veränderungen der DNA beizutragen, welche auch mit dem Rauchen von Zigaretten zusammenhängen. Solche spezifischen epigenetische Veränderungen können zu Fehlfunktionen der Gene führen.

Bei der aktuellen Untersuchung der University of Southern California (USC) wurde festgestellt, dass die Nutzung von E-Zigaretten mit chemischen Veränderungen im Gesamtgenom und in Teilen der DNA in Verbindung steht, welche auch beim Rauchen von normalen Zigaretten auftreten. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Epigenetics“ veröffentlicht.

Veränderungen im Gesamtgenom und in Teilen der DNA festgestellt

Forschende der Keck School of Medicine der University of Southern California haben bei E-Zigaretten nutzenden Menschen ähnliche chemische Veränderungen in ihrem Gesamtgenom und in Teilen ihrer DNA festgestellt, wie sie auch bei Zigaretten rauchenden Menschen auftreten.

Veränderungen begünstigen Fehlfunktionen der Gene

Diese spezifischen chemischen Veränderungen, die auch als epigenetische Veränderungen bekannt sind, können zu Fehlfunktionen der Gene führen. Sie werden häufig bei fast allen Arten von menschlichem Krebs sowie bei anderen schweren Krankheiten gefunden.

Sind E-Zigaretten eine sicherere Alternative zum Rauchen?

Der Gebrauch von E-Zigaretten hat in den letzten Jahren unter Jugendlichen stark zugenommen. Die Ergebnisse fügen sich in eine wachsende Liste von Gesundheitsbedenken ein, welche mit dem Vaping in Verbindung gebracht werden. Die Verwendung von E-Zigaretten wird von vielen Menschen als eine sicherere Alternative zum Rauchen angesehen.

Teilnehmende wurden ich drei Gruppen eingeteilt

Für die Studie wurde eine Gruppe von Menschen untersucht, die nach Alter, Geschlecht und Rasse gleichberechtigt in drei Kategorien eingeteilt wurden: E-Zigaretten verwendende Menschen, Raucher, und eine Kontrollgruppe von Menschen, die weder Zigaretten rauchten noch E-Zigaretten nutzten.

Blut der Teilnehmenden wurde untersucht

Allen Teilnehmenden wurde Blut abgenommen und auf Veränderungen in der Konzentration zweier spezifischer chemischer Markierungen an der DNA untersucht, von denen bekannt ist, dass sie die Genaktivität und/oder -funktion beeinflussen. Zu diesen chemischen Markierungen gehören: Methylgruppen in einer spezifischen DNA-Sequenz, die als langes, eingestreutes Nukleotidelement 1 (LINE-1) bezeichnet wird und Hydroxymethylgruppen im Gesamtgenom.

Veränderungen können auf Krebs hindeuten

Veränderungen in der Menge dieser chemischen Markierungen, die für die genomische Stabilität und die Regulierung der Genexpression wichtig sind, treten in verschiedenen Entwicklungsstadien sowie bei Krankheiten wie Krebs auf.

Signifikante Verringerung der Werte beider chemischer Markierungen festgestellt

Sowohl Raucher, als auch E-Zigaretten nutzende Personen, zeigten eine signifikante Verringerung der Werte beider chemischer Markierungen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Dies ist die erste Studie, welche diese biologisch wichtigen Veränderungen in den Blutzellen von Rauchern und E-Zigaretten nutzenden Menschen nachweist.

Erhöhtes Krebsrisiko?

Diese Auswirkungen bedeuteten nicht automatisch, dass betroffene Personen Krebs entwickeln werden. Aber die gleichen Veränderungen in den chemischen Markierungen, die in Tumoren von Krebspatienten nachweisbar sind, können auch in Menschen festgestellt werden, welche E-Zigaretten nutzen oder Rauchen.

Menschen setzen sich durch Rauchen und Vapen krebserregenden Stoffen aus

Schuld daran ist vermutlich die Exposition gegenüber krebserregenden Stoffen, die im Zigarettenrauch und ,in viel geringeren Mengen, im Dampf von elektronischen Zigaretten enthalten sind.

Abnorme Genexpression in einer großen Anzahl von Genen beobachtet

In einer früheren Studie, wurden Veränderungen in der Genexpression in Epithelzellen aus dem Mund von Vapern und Rauchern im Vergleich zu einer Kontrollgruppe untersucht. In dieser Studie zeigten sowohl Vaper als auch Raucher eine abnorme Genexpression in einer großen Anzahl von Genen, die mit Krebs in Verbindung stehen.

Abnorme Genexpression bei Vapern und Rauchern festgestellt

Die aktuelle Untersuchung fügt diesem Puzzle ein wichtiges Stück hinzu, indem sie zeigt, dass epigenetische Mechanismen, insbesondere Veränderungen in chemischen Markierungen, die an der DNA befestigt sind, zur abnormen Genexpression bei Vapern und Rauchern gleichermaßen beitragen können, berichten die Forschenden.

Weitere Forschung ist nötig

Das Team plant die Forschung fortzusetzen, wobei der nächste Schritt darin besteht, dass das gesamte Genom untersucht und alle Gene identifiziert werden, auf die diese beiden chemischen Veränderungen abzielen.

Ergebnisse könnten Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Politik haben

In Anbetracht der etablierten Rolle, die viele Gene bei menschlichen Krankheiten spielen, sollte diese Untersuchung Informationen liefern, welche unmittelbare Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Politik haben könnten. Es werden wissenschaftliche Beweise benötigt, auf denen künftige Vorschriften für die Herstellung, Vermarktung und den Vertrieb von elektronischen Zigaretten basieren könnten. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Andrew W. Caliri, Amanda Caceres, Stella Tommasi, Ahmad Besaratinia: Hypomethylation of LINE-1 repeat elements and global loss of DNA hydroxymethylation in vapers and smokers, in Epigenetics (Veröffentlicht 05.02.2020), Epigenetics


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