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Kokain und weitere Drogen mit neuem Fingerabdruck-Test sofort nachweisbar


Fingerabdruck-Test erkennt Kokainspuren an den Händen

Der Kokain-Konsum steigt in Deutschland seit Jahren an. Aus dem Drogenbericht der EU des Jahres 2019 geht hervor, dass sich sowohl die Zahl der Sicherstellungen als auch die sichergestellten Kokain-Mengen auf einem Rekordhoch befinden. Der Konsum ist derzeit nur in Haaren, Urin oder im Blut nachweisbar. Ein neuer einfacher Fingerabdruck-Test soll kleinste Spuren der Droge an den Händen erkennen, selbst wenn diese gründlich gewaschen wurden.

Forschende der University of Surrey stellten einen neuen Test zum Nachweis von Kokain vor. Anhand eines Fingerabdrucks kann der Test Kokainspuren an den Fingern erkennen. Der Test soll genau genug sein, um zu differenzieren, ob die getestete Person die Droge konsumiert hat oder nur damit in Kontakt gekommen ist. Der Test wurde kürzlich in dem Fachjournal „Scientific Reports“ vorgestellt.

Drogenanalyse in weniger als zwei Minuten

„Ein Fingerabdruck ist eine gute Möglichkeit, auf Drogen zu testen, da er so schnell und effizient zu erfassen ist“, berichtet Dr. Min Jang aus dem Forschungsteam. Mit der neuen Methodik sei es möglich, eine Fingerabdruckprobe in weniger als zwei Minuten auf Kokain zu analysieren.

Test kann auf andere Chemikalien spezialisiert werden

„Wir sind begeistert von den Möglichkeiten für Fingerabdruck-Drogentests“, unterstreicht Dr. Catia Costa von der University of Surrey. Zusätzlich zu den illegalen Drogen bestehe die Möglichkeit, mit dem Test pharmazeutische Wirkstoffe in Fingerabdrücken nachzuweisen. So könnte beispielsweise überprüft werden, welche Medikamente Patienten eingenommen haben.

Wie funktioniert der Test?

Das Forschungsteam nutzte für den Test einen experimentellen Ansatz. Mithilfe von hochauflösender Massenspektrometrie können einzelne Moleküle oder Atome auf dem Finger erkannt werden. Bei Testreihen mit Kokain-Konumenten und Teilnehmenden, die mit der Droge nur in Berührung kamen, diese aber nicht konsumierten, stellten die Forschenden fest, dass nur bei den Konsumenten ein Molekül namens Benzoylecgonin entsteht. Über dieses Molekül könne der Test feststellen, ob innerhalb der letzten 24 Stunden Kokain konsumiert wurde.

Händewaschen schützt nicht

Die Teilnehmenden wurden gebeten, zwei Tests durchzuführen. Nach dem ersten Test sollten sich die Probandinnen und Probanden dann die Hände reinigen und den Test nochmals durchführen. Dabei zeigte sich, dass selbst gründliches Händewaschen die Ergebnisse nicht verfälschte.

„Wir denken, dass diese Forschung wirklich bedeutsam ist, da unser Test mit hochauflösender Massenspektrometrie den Unterschied zwischen einer Person, die eine Droge berührt hat, und jemandem, der sie tatsächlich konsumiert hat, erkennen kann – allein durch die Abnahme ihrer Fingerabdrücke“, fügt Dr. Melanie Bailey aus dem Studienteam hinzu.

Tragbares Gerät

„Diese Laborstudie über Kokaintests mithilfe hochauflösender Massenspektrometrie bestätigt den Ansatz, den wir bei der Vermarktung unseres tragbaren, auf Fingerabdrücken basierenden Drogenscreening-Systems verfolgen“, ergänzt Professor David Russell, Gründer und wissenschaftlicher Leiter von „Intelligent Fingerprinting“ – das Unternehmen vertreibt die mobilen Testgeräte. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek

Quellen:

  • University of Surrey: Experimental fingerprint test can distinguish between those who have taken or handled cocaine (veröffentlcht: 06.02.2020), surrey.ac.uk
  • Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht: Europäischer Drogenbericht 2019, emcdda.europa.eu
  • M. Jang, C. Costa, J. Bunch, u.a.: On the relevance of cocaine detection in a fingerprint; in: Scientific Reports, 2020, nature.com



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