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Diese Alltagsbeschwerden können ernsthafte Krankheiten ankündigen


Kleine Gesundheitsprobleme weisen mitunter auf ernsthafte Erkrankungen hin

Haben Sie keinen Spaß mehr am Sex? Machen Sie sich beim Lachen öfter in die Hose? Oder werden Sie immer vergesslicher? Kleinere Beschwerden im Alltag werden oft einfach hingenommen oder der Alterung zugesprochen. Dabei können solche Beschwerden schon Jahre im Voraus größere Gesundheitsprobleme ankündigen, warnt eine renommierte Medizinerin.

Professorin Dr. Alicia Ines Arbaje ist Medizinerin an der amerikanischen Johns Hopkins University School of Medicine. Die Gesundheitsexpertin weist darauf hin, dass viele kleine Beschwerden als Frühwarnung verstanden werden können. Statt diese Leiden hinzunehmen ist es oftmals besser, dagegen vorzugehen.

Frühwarnungen sollten beachtet werden

„Unsere Körper sind intelligent – sie warnen uns schon Jahre im Voraus vor großen Gesundheitsproblemen“, berichtet Dr. Arbaje. Oft sind es zunächst kleine Beschwerden, die sich schon früh bemerkbar machen. Statt dagegen vorzugehen, werden diese Leiden hingenommen und entwickeln sich mit der Zeit nicht selten zu ernsthafteren Erkrankungen. Die Medizinerin stellt fünf typische Beschwerden vor, die gerne verschleppt werden.

Wenn beim Lachen was in die Hose geht

Eine leichtere Form der Harninkontinenz ist bei Frauen weit verbreitet. Insbesondere beim Lachen, Niesen oder beim Heben von schweren Gegenständen kann es passieren, dass der Urin nicht gehalten werden kann. Auch ein plötzlich auftretender starker Harndrang, der kaum zurückgehalten werden kann, ist nicht selten.

Harninkontinenz als Vorwarnung für Erkrankungen

Doch Harninkontinenz beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sie kann auch ein Zeichen für einen behandlungsbedürftigen Gesundheitszustand sein, betont Dr. Eine Harninkontinenz könne beispielsweise auf eine Harnwegsinfektion, Arthritis oder auf Problem mit der Beckenbodenmuskulatur hindeuten. Ebenso könne eine Inkontinenz auch Nebenwirkung bestimmter Medikamente sein.

Was kann man tun?

Besonders bedenklich wird es, wenn die Inkontinenz den Alltag bestimmt und Betroffene nur noch zu Hause bleiben. „Kommunizieren Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin“, rät die Medizinerin. Laut Arbaje können Änderungen im Lebensstil und die richtigen Beckenbodenübungen helfen, die Inkontinenz zu vermindern oder sogar zu stoppen.

Probleme mit dem Stuhlgang

Sie haben einen harten, trockenen Stuhlgang und entleeren ihren Darm weniger als drei mal die Woche? Verstopfungen sind unangenehm und schmerzhaft. „Sie können Hämorrhoiden und andere Komplikationen verursachen, von denen einige sehr schwerwiegend sind“, so die Professorin. Besonders wenn sich Blut im Stuhl befindet.

Verstopfungen können Anzeichen einer Grunderkrankung sein

Verstopfungen und andere Verdauungsbeschwerden können Arbaje zufolge ein Anzeichen für ein Reizdarmsyndrom sein. Es könnte auch eine Ernährungsweise mit zu wenig Ballaststoffen und Flüssigkeit zugrunde liegen. Schlimmstenfalls deuten Verstopfungen mit blutigem Stuhl auf Darmkrebs hin.

„Sprechen Sie mit ihrem Arzt darüber, wie oft Sie die Toilette benutzen“, rät Dr. Im Zweifelsfall kann eine Stuhlprobe genaueren Aufschluss geben, ob etwas unternommen werden sollte, um den Darm zu unterstützen.

Sexuelle Probleme

Haben Sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Erektionsprobleme oder ein geringes sexuelles Verlangen? „Sexuelle Probleme können sich Tag zu Tag auf Ihre engste Beziehung und damit auf die Qualität Ihres eigenen Lebens auswirken“, berichtet die Expertin. „Man ist nie zu alt, um ein befriedigendes Sexualleben zu genießen.“

Sexuelle Probleme können ebenso ein Signal für vorliegende Erkrankungen sein. Beispielsweise können solche Beschwerden bei Depressionen, Diabetes, Kreislaufstörungen oder bei niedrigen Hormonspiegeln auftreten. Auch sind Sexualstörungen mitunter Nebenwirkungen mancher Medikamente.

Bei sexuellen Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden

Auch wenn´s schwer fällt – reden Sie mit ihrer Ärztin beziehungsweise ihrem Arzt über die Problematik. „Beschreiben Sie insbesondere, ob das Problem mit geringem Verlangen, Schmerzen oder Erektionsproblemen während des Sex zu tun hat – oder mit all diesen Problemen“, empfiehlt die Ärztin.

Depressionen und Stimmungsschwankungen

Sie fühlen sich möglicherweise energielos, gereizt und haben kein Interesse an Aktivitäten, die Ihnen normalerweise Spaß machen? Oder leiden Sie unter Appetitlosigkeit und Schlafproblemen? Depressionen machen das tägliche Leben schwierig. Oft wird auch die Ernährung vernachlässigt. Ständige Gereiztheit ist ein Zeichen für einen zu hohen Stresspegel, warnt Arbaje.

Depressionen sind in der Regel gut behandelbar. Entweder durch Medikamente und/oder durch Therapien. Auch bei hohem Stress gibt es gezielte Methoden zum Stressabbau, wie beispielsweise Yoga, progressive Muskelrelaxation oder autogenes Training. Ein Arzt kann auch hier die richtigen Wege einleiten. „Erklären Sie, wie Sie sich in letzter Zeit gefühlt haben und beschreiben Sie, was Ihnen oder Ihren Angehörigen an Ihrer Stimmung aufgefallen ist“, rät Dr. Arbaje.

Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis

Haben Sie Probleme, sich Namen, Daten und andere Fakten zu merken? Oder fällt es Ihnen schwer, die richtigen Wörter zu finden? Vergessen Sie häufig, was Sie als nächstes tun wollten? Viele Menschen haben mit zunehmendem Alter mehr Gedächtnislücken, die meisten davon sind normal. Treten solche Ausfälle jedoch häufig auf und beeinträchtigen die Selbstständigkeit, kann eine Erkrankung zugrunde liegen.

Neben Demenzerkrankungen kommen auch psychische Störungen wie Depressionen oder Schlafprobleme in Frage. „Beschreiben Sie die Art der Probleme, die Sie mit Ihrem Denken und dem Gedächtnis haben – ihr Arzt oder ihre Ärztin kann mit einfachen Test feststellen, ob Ihre kognitiven Ausfälle behandlungsbedürftigt sind“, so Dr. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek

Quellen:

  • Johns Hopkins Medicine: 5 “Little” Health Issues That May Be Bigger Than You Think (Abruf: 04.02.2020), hopkinsmedicine.org


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