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Neu entwickelter Krebs-Test bestimmt Rückfallwahrscheinlichkeit


Neuer Test könnte entscheidenden Zeitvorteil im Kampf gegen Magenkrebs bringen

Krebs ist eines der Hauptleiden unserer westlichen Zivilisation und eine der häufigsten Todesursachen. Er tritt in unzähligen Varianten auf. Seine Bekämpfung gleicht oft einem zähen Ringen und einem Wettlauf mit der Zeit. Selbst nach zunächst erfolgreicher Behandlung kehrt der Krebs nicht selten zurück. Neben der Früherkennung und Behandlung kommt der schnellen Erkennung eines möglichen Rückfalls daher häufig eine lebensrettende Bedeutung zu.

Forschende entwickeln Bluttest zur Vorhersage des Wiederauftretens von Magenkrebs

Forschenden des Johns Hopkins Kimmel Cancer Centers in Baltimore ist es gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen in den Niederlanden gelungen, einen Bluttest zu entwickeln, der das Wiederauftreten von Magenkrebs nach einer Operation vorhersagen soll. Eine Beschreibung ihrer bahnbrechenden Forschungsarbeit wurde am 27. Januar in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht.

50 Patientinnen und Patienten mit Magenkrebs nahmen an den Tests teil. Bei allen Betroffenen wurde ein Krebstumor im Magen operativ entfernt und sie erhielten eine Chemotherapie.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten im Blut der Teilnehmenden die weißen Blutkörperchen und bestimmte DNA-Bestandteile, sogenannte zirkulierende, zellfreie DNA (cfDNA, circulating cell-free DNA), um mögliche Mutationen zu identifizieren. Mit einer komplexen Analysemethode gelang es ihnen, ein Wiederauftreten des Magenkrebses vorherzusagen.

„Wir haben diese Studie durchgeführt, um zu sehen, ob wir mit Hilfe von nicht-invasiven Flüssigkeitsbiopsien vorhersagen können, ob Magenkrebs wieder auftreten wird. Mit Hilfe eines tiefen Sequenzierungsansatzes von zellfreier DNA und weißen Blutkörperchen fanden wir eine hervorragende Vorhersage, ob die Therapie erfolgreich war”, erklärte der leitende Studienautor Dr. Victor Velculescu, Professor für Onkologie, Pathologie und Medizin, in einem Interview, das im Johns Hopkins Medicine Newsroom veröffentlicht wurde.

Bluttest könnte Betroffenen einen Zeitvorsprung von neun Monaten bringen

Dr. Alessandro Leal, Hauptautor der Studie und ehemaliger Doktorand der Johns Hopkins University School of Medicine, erläutert den Vorteil, den der Bluttest im Kampf gegen den Magenkrebs bedeuten könnte:

„Patienten, die nach der Operation keine Mutationen im Blut hatten, wurden alle von Krebs geheilt, während Patienten, die Mutationen im Blut hatten, typischerweise einen Rückfall erlitten. Durch den Bluttest konnten wir das Ergebnis der Patienten etwa neun Monate früher vorhersagen, als wir es sonst durch die klinische Auswertung hätten tun können”.

Die neue Methode soll nun in weiteren Studien mit einer größeren Anzahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern geprüft werden. (kh)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Magistra Artium (M.A.) Katja Helbig

Quellen:

  • Leal, Alessandro, van Grieken, Nicole, Velculescu, Victor et al.: White blood cell and cell-free DNA analyses for detection of residual disease in gastric cancer; in: Nature Communications, Vol. 11, Issue 1, 2020, Nature Communications
  • Johns Hopkins Medicine, Newsroom, 28.01.2020: Advisory: Researchers Develop Ultasensitive Blood Test to Predict Recurrence of Gastric Cancers. (Abruf am 29.01.2020), Johns Hopkins



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