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Menopause: Bluttest ermittelt Anfang der Wechseljahre


Ist die Menopause vorhersehbar?

Forschende aus den USA testeten die Fähigkeit eines Bluttests auf das sogenannte Anti-Müller-Hormon (AMH), um so vorherzusagen, wann eine Frau ihre letzte Periode haben wird. Das Hormon wird in den Eierstöcken produziert. Wenn die AMH-Werte sehr tief fallen, deutet dies darauf hin, dass ihre Eierstöcke fast keine funktionsfähigen Eizellen mehr haben und ihre Periode bald ausbleibt.

Ein Forschungsteam mehrerer US-Institutionen verbesserte einen Bluttest, der die letzte Periode einer Frau und somit den Beginn der Menopause vorhersagen soll. Ältere AMH-Tests waren bislang nicht genau genug, um niedrige Werte zu erkennen. Die Forschungsergebnisse wurden in dem „Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism (JCEM)“ veröffentlicht.

Menopause zwei bis drei Jahre im Voraus erkennen

Die Forschenden testeten 1.537 Frauen im Alter von 42 bis 52 Jahren, die noch nicht in den Wechseljahren waren, mit dem neuen AMH-Test. Die Teilnehmerinnen wurden bis nach ihrer letzten Periode beobachtet. Es zeigte sich, dass der neue Test genauer war, als bisherige Methoden, sodass vorhergesagt werden konnte, ob die Monatsblutungen innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre enden werden.

Genauer Zeitpunkt kann nicht bestimmt werden

In britischen Medienberichten hieß es, der Test könne die Wechseljahre zwei Jahre im Voraus vorhersagen. Der britische National Health Service (NHS) betonte jedoch, dass dies missverstanden werden könnte. Der Test könne zwar die Wahrscheinlichkeit vorhersagen, dass Frauen unterschiedlichen Alters in den nächsten ein bis drei Jahren in die Wechseljahre kommen werden, wann das genau geschieht, kann aber nicht vorhergesagt werden.

Test zeigt Wahrscheinlichkeiten an

Nach Angaben der Forschenden ist ein niedriger AMH-Wert im Blut (unter 10pg/ml) ein Indiz für die bevorstehende Menopause. Je älter die geprüfte Frau ist, desto genauer lässt sich die Wahrscheinlichkeit bestimmen. Folgende Übersicht zeigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Menopause bei niedrigem AMH-Wert im nächsten Jahr einsetzt:

  • 51- prozentige Wahrscheinlichkeit bei Frauen unter 48 Jahren,
  • 63- prozentige Wahrscheinlichkeit bei Frauen zwischen 48 und 51 Jahren,
  • 79- prozentige Wahrscheinlichkeit bei Frauen ab 52 Jahren.

Test funktioniert auch anders herum

Ein hoher AMH-Wert (mehr als 100pg/ml) ist der Studie zufolge wiederum ein starkes Indiz dafür, dass eine Frau im nächsten Jahr nicht ihre letzte Periode haben wird. So hatten Frauen, die über 52 Jahre alt waren und einen hohen AMH-Werte hatten, eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass ihre Periode im nächsten Jahr nicht ausbleiben wird. Bei Frauen unter 48 Jahren liegt die Wahrscheinlich sogar bei 97 Prozent.

AMH-Messung kann bei Behandlungsentscheidungen helfen

Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass AMH-Messungen Frauen dabei helfen, vorherzusagen, wann vasomotorische Symptome, wie beispielsweise Hitzewallungen, wahrscheinlich beginnen oder wann starke Menstruationsblutungen und Regelschmerzen wahrscheinlich enden werden. Dies könne auch einen Einfluss darauf haben, ob mit der Menstruation verbundene Beschwerden behandelt werden sollten oder nicht.

Junge Frauen waren nicht einbezogen

Das Forschungsteam weist darauf hin, dass alle Frauen in der Studie mindestens 42 Jahre alt waren. Es sei also nicht sichergestellt, ob sich das Ergebnis einer AMH-Messung auch auf jüngere Frauen übertragen lässt. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek

Quellen:

  • National Health Service (NHS): Could a new blood test predict when menopause will start? (Veröffentlicht: 23.01.2020), nhs.uk
  • Joel S Finkelstein, Hang Lee, Arun Karlamangla, u.a.: Anti-Mullerian Hormone and Impending Menopause in Late Reproductive Age: The Study of Women's Health Across the Nation; in: Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism (JCEM), 2020, academic.oup.com



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