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Hilfreiche Tipps: Was bei einer eingefrorenen Schulter hilft


Eingefrorene Schulter: Was hilft bei „Frozen Shoulder“?

Bei einer sogenannten „eingefrorenen Schulter“ kommt es oft ohne erkennbaren Grund allmählich zu Schulterschmerzen und einer Versteifung der Schulter. Die Erkrankung heilt zwar normalerweise auch ohne Behandlung von selbst wieder aus. Es kann allerdings oft mehrere Monate dauern, bis die Schmerzen ganz verschwinden. Einige Tipps können helfen, die Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern.

Eine Schultersteife, beziehungsweise „eingefrorene Schulter“ (englisch „Frozen Shoulder“) ist eine langwierige und sehr schmerzhafte Erkrankung, die den Alltag erheblich beeinträchtigen kann. Laut Fachleuten haben schätzungsweise zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung irgendwann damit zu tun, Frauen etwas häufiger als Männer. Einige Tipps können Betroffenen helfen, die Beschwerden zu lindern.

Manchmal kann der Arm kaum noch bewegt werden

Wie Dr. Christopher Camp, ein Orthopäde an der renommierten Mayo Clinic (USA) in einem Beitrag erklärt, lautet der wissenschaftliche Name für die Schultersteife „Adhäsive Kapsulitis“.

Die Erkrankung beginnt schleichend, erläutert das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf seinem Patienteninformationsportal „gesundheitsinformation.de“.

Laut den Fachleuten werden die anfangs oft nur leichten Beschwerden über einige Monate stärker und stören dann häufig den Schlaf. Die Schmerzen werden häufig als dumpf und tiefliegend beschrieben.

„Sie können auch zum Bizeps ausstrahlen. Es wird immer schwieriger, den betroffenen Arm nach oben und hinten zu bewegen. Der Arm kann mit der Zeit so steif werden, dass man ihn kaum noch bewegen kann: Er ist wie „eingefroren““, schreibt das IQWiG.

Erkrankung in drei Phasen

„Bei der eingefrorenen Schulter gibt es drei Phasen, und die Symptome und Behandlungsoptionen hängen davon ab, in welcher Phase Sie sich befinden. Die erste Phase ist eine entzündliche Phase“, sagt Dr. Camp. Das ist die schmerzhafte Phase.

Die Schulter fängt an, immer stärker zu schmerzen. Die Beschwerden können auch in Ruhe und nachts auftreten, vor allem wenn man auf dem betroffenen Arm liegt oder wenn man die Schulter nach oben oder hinten bewegt.

Dem Arzt zufolge können in dieser Phase Ruhe und Steroid-Injektionen helfen.

Für diejenigen, die in der ersten Erkrankungsphase eine sanfte Bewegungsübung ausprobieren möchten, hat das IQWiG folgenden Vorschlag:

  • Nach vorne beugen und mit dem gesunden Arm an einem Stuhl oder Tisch festhalten.
  • Den schmerzenden Arm hängen lassen und ihn dann behutsam in eine kreisrunde Pendelbewegung bringen. Dies sollte jedoch nicht zu unangenehm sein.
  • Die Pendelbewegung lässt sich auch erzeugen, indem man den Oberkörper leicht bewegt, ohne die Muskulatur des Armes einzusetzen.

Beschwerden können Monate andauern

In der zweiten Krankheitsphase „friert“ die Schulter dann nach und nach ein. Die Beweglichkeit nimmt ab, die Schmerzen lassen nach. Durch die Bewegungseinschränkungen baut die Schultermuskulatur häufig etwas ab. Laut Dr. Camp funktioniert in dieser Phase Physiotherapie gut.

Die dritte Phase… „… ist das, was wir Auftauen nennen, was bedeutet, dass sie endlich beginnt, sich zu entspannen, sich zu lockern und sich wieder zu bewegen“, so Dr. Camp.

Häufig bessern sich die Beschwerden schon innerhalb von einigen Monaten deutlich. Bis die Schulter wieder so beweglich oder fast so beweglich ist wie zuvor, kann es aber länger dauern.

Wenn die Beschwerden in sechs bis 12 Monaten nicht abgeklungen sind, kann eine Operation in Betracht gezogen werden, heißt es in dem Beitrag der Mayo Clinic.

Laut dem IQWiG sei für solche Eingriffe aber nicht nachgewiesen, dass sie besser helfen als eine konservative Behandlung mit Kortison und Physiotherapie. Da dabei verschiedene Operations- und Narkoserisiken bestehen, ist es sinnvoll, die Entscheidung für einen Eingriff gut abzuwägen. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Mayo Clinic: Mayo Clinic Minute: Helpful tips for a frozen shoulder, (Abruf: 15.01.2020), Mayo Clinic
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Schultersteife, (Abruf: 15.01.2020), gesundheitsinformation.de
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Was hilft bei Schultersteife?, (Abruf: 15.01.2020), gesundheitsinformation.de


Video: Frozen Shoulder Woher kommen diese Schmerzen? (Juli 2021).