Heilpflanzen

Alpendost – Beschreibung und Volksheilkunde


Der Alpendost ist eine Staudenpflanze. Früher wurde der Alpendost gerne wie Huflattich und Pestwurz verwendet. Solange die Blätter ähnlich aussahen wurde damals kein Unterschied gemacht, da die Wirkung in etwa die gleiche war.

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Adenostyles alliariae, Adenostyles albifrons.
  • Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae).
  • Volkstümliche Namen: Alpenpestkraut, Großer Berglattich (Schlesien), Scheißblattln, Scheiskraut (Schweiz), Schieskraut (Schweiz), Rosslattich (Schlesien), Kahler Alpendost, Kahler Drüsengriffel.
  • Vorkommen: im Alpenvorland, in den Alpen in Höhenlagen zwischen ca. 900 – 2000 Meter, in den Pyrenäen.
  • Anwendungsgebiete: Husten, Hautgeschwüre.
  • verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzeln.
  • Inhaltsstoffe: Seneciphylline, Hepatotoxine, Senecionine, Spartioidine.

Volksheilkunde

In der Volksheilkunde wurde der Alpendost sowohl innerlich als auch äußerlich als Tee oder in Form von Bädern angewandt. Und dies bei Brustfellentzündungen, Hautgeschwüren, Husten, Reizhusten und Raucherhusten. Der Pflanze wurde eine hustenstillende Wirkung nachgesagt. Heutzutage wird aufgrund der leberschädigenden Inhaltsstoffe von einer innerlichen Anwendung abgeraten. Auch vor den Unterarten und ähnlich aussehenden Alpendostarten wird gewarnt. So wurden Vergiftungen dem Huflattich zugeschrieben, obwohl diese vom Alpendost kamen, da die Blätter der beiden Pflanzen sich so ähneln.

Allgemeine Pflanzenbeschreibung

Der graue Alpendost kommt vor allem in den Alpen vor. Die Pflanze wächst in Höhen von ungefähr 900 bis 2000 Metern. Dabei handelt es sich um eine mehrjährige, krautige Staude, die eine Größe von circa 1,70 Meter erreichen kann. Sie hat riesige, unregelmäßig grob gezähnte Blätter mit einem Durchmesser bis zu 50 Zentimeter und einer herzförmigen Einbuchtung. Deshalb wurde sie gerne als sogenannte „Scheißblattln“, als Toilettenpapier, bezeichnet und unterwegs auch als solches benutzt.

Die Unterseite der Blätter ist behaart. Von Juli bis August trägt der Alpendost purpurfarbene Blüten, die körbchenförmig angeordnet sind. Jedes Körbchen trägt drei bis zehn Blüten. Der wissenschaftliche Name Adenostyles setzt sich aus dem griechischen „aden“ = Drüse und „stylos“ = Griffel zusammen. Der deutsche Name „dost“ stammt aus dem Althochdeutschen und steht für Pflanzen mit dichten, reichen Blütenständen. Da der Alpendost giftige Substanzen enthält, wird er nur noch als Nektarquelle für Hummeln in Ziergärten angebaut, wobei er in niedrigen Lagen nicht so gut gedeiht.

Anwendung

Wie bereits erwähnt ist von einer innerlichen Anwendung des Alpendosts abzusehen. In der Volksheilkunde wurde er früher als Tee verwendet. Äußerlich sollen Umschläge mit dem Tee oder den frischen Blättern bei Hautkrankheiten helfen. Auch heute noch verwendet die Volksheilkunde den Alpendost als Räuchermittel bei Atemwegserkrankungen. Hierfür werden zerkleinerte Wurzeln verwendet.

Nebenwirkungen

Auf Grund der lebertoxischen Inhaltsstoffe kann der Alpendost zu Leberschäden führen. Deshalb ist generell von einer Einnahme abzusehen. (sw)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Werner, Manuel: Welche Alpenblume ist das? 168 Alpenblumen einfach bestimmen, Kosmos, 2016
  • Konrad Lauber, Gerhart Wagner, Andreas Gygax: Flora Helvetica - Illustrierte Flora der Schweiz, Haupt Verlag, 6. Auflage, 2018
  • Singh, Amritpal: Compendia of World's Medicinal Flora, CRC Press, 1. Auflage, 2016
  • Hofmann, Helga: Alpenblumen: Die wichtigsten Arten entdecken und bestimmen, Gräfe und Unzer Verlag, 2013



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