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Mundkrebs und Darmkrebs durch Alkohol


Auf welche Krebsarten wirkt sich der Konsum von Alkohol begünstigend aus?

Regelmäßiger Konsum von Alkohol erhöht das Risiko von mindestens sieben Krebserkrankungen. Hierzu gehören Mundkrebs, Rachenkrebs oder auch Leberkrebs. Das ergab eine Studie der American Society for Clinical Oncology.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der American Society for Clinical Oncology (ASCO) stellten in ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Alkoholgenuss das Entstehen von sieben Arten von Krebs begünstigt. Die Forschenden veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Oncology“.

Alkoholkonsum ist weitverbreitet

Viele Menschen trinken zu verschiedenen Gelegenheiten Alkohol. Dies kann beispielsweise das typische Feierabendbier sein, ein Glas Wein mit dem Partner oder ein Cocktail in einer Bar am Wochenende. Ein Risikobewusstsein ist hier oftmals nur eingeschränkt vorhanden. Insbesondere das Krebsrisiko bei regelmäßigem Alkoholkonsum bleibt vielfach unterschätzt.

Umso mehr Alkohol, umso höher das Krebsrisiko

Natürlich spielt die Menge und die Regelmäßigkeit des Konsum eine entscheidende Rolle. Trotzdem teilen sogenannte Gelegenheitstrinker und Alkoholiker bestimmte gesundheitliche Risiken durch den Konsum von Alkohol. Denn bereits geringe aufgenommene Mengen Alkohol können die Wahrscheinlichkeit für das Entstehen von Krebs erhöhen. Umso mehr Alkohol Betroffene zu sich nehmen, umso höher steigt das Risiko für eine Krebserkrankung.

73 Prozent der Amerikaner trinken Alkohol

Bei einer Umfrage aus dem Jahr 2013 hatten etwa 73 Prozent aller Amerikaner berichtet, dass sie Alkohol konsumieren. Damals gaben außerdem knapp 13 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie regelmäßig bis zum Vollrausch trinken (umgangssprachlich auch als “Komasaufen” bezeichnet oder in englischsprachigen Ländern als binge drinking).

Die Umfrage ergab zusätzlich, dass der Konsum von Alkohol im Zeitraum zwischen dem Jahr 2001 und dem Jahr 2002 sprunghaft angestiegen ist. Der Alkoholkonsum war allgemein um etwa 11 Prozent angestiegen. Trinken mit einem hohen Risiko hatte sich um 30 Prozent erhöht und es gab 50 Prozent mehr Menschen mit einem sogenannten Trinkproblem. Die Expertinnen und Experten der ASCO sehen die aktuellen Ergebnisse als eine Warnung an alle Alkoholkonsumenten, von denen es nicht nur in Amerika viele gibt.

Menschen sollten generell weniger Alkohol trinken

In der heutigen Zeit seien wahrscheinlich bereits fünf Prozent der Krebserkrankungen und -todesfälle auf den Genuss von Alkohol zurückzuführen, schätzt die ASCO. Und der beobachtete Trend sei leider ansteigend.

Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, dass das Risiko für die Entstehung von Krebs bei sieben verschiedenen Arten reduziert werden könnte, wenn Menschen ihren Alkoholgenuss einschränken oder am besten sogar ganz einstellen würden, erläutert das Forschungsteam.

Welche Krebsarten werden nachweislich durch den Konsum von Alkohol begünstigt?

Bei einigen Arten von Krebs konnte belegt werden, dass ein starker Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol und der Entstehung von Krebs besteht. Schon kleinere und mittlere Mengen Alkohol können hier zur Entstehung von Krebs führen.

Die nachweislich durch Alkohol begünstigten Krebsarten umfassten Mundkrebs, Rachenkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs, Leberkrebs und Darmkrebs. Es könnte auch einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol und weiteren Krebsarten geben, allerdings lagen bei der aktuellen Untersuchung hierfür keine endgültigen Beweise vor, berichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Eigenverantwortlicher und kontrollierter Umgang mit Alkohol ist das Ziel

Alkoholgenuss ist eine Gefahr für die Gesundheit. Dies gilt besonders dann, wenn schon vorher ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Krebs durch genetische Faktoren, Vorerkrankungen, falsche Ernährung oder Rauchen vorliegt.

Es gibt zwar etliche Menschen, welche zu viel Alkohol trinken, trotzdem würde ein generelles Alkoholverbot keinen Erfolg bringen, so die Einschätzung der Forschenden. Stattdessen sei mehr Aufklärung nötig, damit Menschen hoffentlich in Zukunft verantwortungsbewusster mit Alkohol umgehen, so die Mitteilung der ASCO. Eine eigenverantwortlicher und kontrollierter Umgang mit Alkohol müsse das Ziel sein.

Führt Alkohol nur gemischt mit anderen Getränken zu Krebs?

Einige ältere Untersuchungen ergaben bereits einen Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebs. Jedoch war die Überlegung, dass dabei der aufgenommene Alkohol gemischt mit anderen Getränkebestandteilen zu Krebs geführt haben könnte. Mittlerweile ist allerdings klar, dass der konsumierte Alkohol unabhängig von anderen Substanzen zu Krebserkrankungen führen kann.

Weitere Krebsarten könnten durch den Konsum von Alkohol begünstigt werden

Es sind laut Aussage der Forschenden nicht nur Körperteile von dem erhöhten Krebsrisiko betroffen, welche direkt mit Alkohol in Berührung kommen, wie beispielsweise Mund und Rachen. Die menschliche Leber könne Krebs beispielsweise als Folge einer von Alkohol hervorgerufenen Leberzirrhose entwickeln. Dies verdeutliche, dass es noch andere Arten von Krebs gibt, welche durch den Konsum von zu viel Alkohol entstehen können. (sb, as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Noelle K. LoConte, Abenaa M. Brewster, Judith S. Kaur, Janette K. Merrill, Anthony J. Alberg: Alcohol and Cancer: A Statement of the American Society of Clinical Oncology; in: Journal of Clinical Oncology; Volume 36, No. 1, Seite 83-93, Januar 2018, Journal of Clinical Oncology


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