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Kognitive Verhaltenstherapie verändert Hirnaktivität


Kognitive Verhaltenstherapie bei Panikstörungen wirkt sich auf Hirnaktivität aus

Wenn eine Panikstörung durch Kognitive Verhaltenstherapie behandelt wird, so schlägt sich deren Erfolg in einer geänderten Hirnaktivität nieder. Das hat ein bundesweites Forschungsteam in einer neuen Studie herausgefunden, indem es Verhaltensexperimente mit bildgebenden Verfahren kombinierte.

Wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf dem Portal „gesundheitsinformation.de“ erklärt, ist die Kognitive Verhaltenstherapie eine der verbreitetsten und am besten untersuchten Formen von Psychotherapie. Nun haben Forschende aus Deutschland weitere Erkenntnisse zu dieser Therapie gewonnen. Sie stellten fest: Behandelt man eine Panikstörung durch kognitive Verhaltenstherapie, so schlägt sich deren Erfolg in einer geänderten Hirnaktivität nieder.

Therapie der Wahl bei Panikstörung

Laut einer Mitteilung der Philipps-Universität Marburg ist die Panikstörung eine der schwersten Angststörungen, gekennzeichnet durch plötzliche und wiederholte Panikattacken.

„Die Entstehung einer Panikstörung wird regelmäßig von einer verzerrten Verarbeitung von sprachlichen und nichtsprachlichen Bedeutungen über die Welt und sich selbst begleitet“, erklärt Mitverfasser Dr. Tilo Kircher, der die Marburger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie leitet.

Wie es in der Mitteilung heißt, ist die Therapie der Wahl bei Panikstörung eine Kognitive Verhaltenstherapie, die eine krankhafte Sprachverarbeitung normalisiert.

Forschende nutzten das Verfahren der Magnetresonanz-Bildgebung

„Was dabei auf der Ebene der Hirnaktivität geschieht, wurde bislang nicht ausreichend mit experimentellen Ansätzen untersucht“, sagt Koautor Professor Dr. Benjamin Straube.

Diese Lücke schlossen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, indem sie Experimente mit 118 Patientinnen und Patienten durchführten, deren Panikstörung noch nicht mit einer Kognitiven Verhaltenstherapie behandelt wurde; 42 davon erhielten eine Therapie und wurden danach wiederholt getestet. Als Vergleich dienten 150 gesunde Probandinnen und Probanden.

Das Forschungsteam nutzte das Verfahren der Magnetresonanz-Bildgebung, um die Hirnaktivitäten der Studienteilnehmenden zu untersuchen, während es diese gleichzeitig einer sprachlichen Aufgabe unterzog.

Den Angaben zufolge geht es bei dieser Aufgabe um die Vorbereitung der Symptome einer Panikattacke durch typische Auslöser von Panik, etwa durch das Wort „Aufzug“, das Betroffene oft mit dem Gefühl von auswegloser Enge und Angst verbinden.

Veränderte Aktivität bestimmter Hirnareale

Das Ergebnis der Studie: Haben Patientinnen und Patienten noch keine Kognitive Verhaltenstherapie absolviert, so nehmen sie eine stärkere Zusammengehörigkeit zwischen panik-auslösenden und symptombeschreibenden Wörtern wahr als gesunde Probandinnen und Probanden. Dieser Effekt spiegelt sich in der veränderten Aktivität bestimmter Hirnareale wider.

Nach einer Kognitiven Verhaltenstherapie geht es den Betroffenen nicht nur besser, sondern auch ihre sprachliche Verarbeitung hat sich normalisiert. Zudem schlägt sich der Behandlungserfolg in der Hirnaktivität nieder: Sie ist in einem Hirnareal gedämpft, das panik-bezogene Wortpaare verarbeitet.

„Offenbar unterbindet die Kognitiven Verhaltenstherapie Assoziationen, die für Patienten mit Panikstörung symptomatisch sind“, schlussfolgert der Marburger Psychologe Dr. Yunbo Yang, der als Erstautor der Publikation firmiert, Die Studie wurde im Fachblatt „American Journal of Psychiatry“ veröffentlicht.

Neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Philipps-Universität Marburg waren auch Arbeitsgruppen sechs weiterer Universitäten an der Studie, nämlich aus Berlin, Bremen, Dresden, Greifswald, Münster und Würzburg beteiligt. Vom Bundesforschungsministerium wurden die zugrundeliegenden Forschungsarbeiten finanziell unterstützt. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Philipps-Universität Marburg: Kognitive Verhaltenstherapie wirkt sich auf Hirnaktivität aus, (Abruf: 18.12.2019), Philipps-Universität Marburg
  • American Journal of Psychiatry: Effect of CBT on Biased Semantic Network in Panic Disorder: A Multicenter fMRI Study Using Semantic Priming, (Abruf: 18.12.2019), American Journal of Psychiatry
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Kognitive Verhaltenstherapie, (Abruf: 18.12.2019), gesundheitsinformation.de


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