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Gesundheit: Gold, Weihrauch und Myrrhe: So wirksam sind die natürlichen Heilmittel


Die heilenden Kräfte von Gold, Weihrauch und Myrrhe

Die meisten Menschen hierzulande kennen die Weihnachtsgeschichte mit den Heiligen Drei Königen, die zur Geburt Jesu Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten. Doch nur wenigen ist die Tatsache bekannt, dass die Geschenke der drei Weisen wirksame Heilmittel sind.

Laut dem christlichen Glauben brachten die Heiligen Drei Könige zur Geburt Jesu die drei Hauptgeschenke Weihrauch, Gold und Myrrhe nach Bethlehem. Es ist zwar nicht überliefert, ob sie sich damals darüber bewusst waren, doch mit diesen Gaben schenkten die drei Weisen natürliche Heilmittel.

Weihrauch wird seit langer Zeit in der traditionellen Medizin verwendet

Weihrauch kommt nicht nur in der Kirche, sondern auch in der traditionellen Medizin seit Tausenden von Jahren zum Einsatz. Dem teuren Baumharz werden zahlreiche positive Eigenschaften nachgesagt. Es wird unter anderem in der ayurvedischen Medizin und in der Aromatherapie eingesetzt und soll das Immunsystem stärken.

Fachleute der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und der University of Nizwa (Oman) geben in einem Anfang des Jahres veröffentlichten Buch einen umfangreichen Überblick über die wissenschaftliche Forschung und gesicherte Erkenntnisse zu Weihrauch, seinen Inhaltsstoffen und deren Wirkprinzipien.

Wie in einer Mitteilung der MLU erklärt wird, wird Weihrauch von Boswellia-Bäumen gewonnen, die vor allem im Oman, in Indien und in Teilen Afrikas wachsen. Den Bäumen werden an mehreren Stellen Schnitte zugefügt, an denen dann eine Flüssigkeit austritt. Wenn diese getrocknet ist, kann das Weihrauch-Harz geerntet werden.

Von besonderem Interesse sind die Boswelliasäuren, die im Weihrauch stecken.

Zur Behandlung von chronischen Krankheiten

Die Forschenden aus Deutschland und dem Oman haben für ihr Buch über 350 wissenschaftliche Publikationen zu Weihrauch und Boswelliasäuren aufgearbeitet. „Unser Ziel war es, einen umfassenden Überblick über die Forschung zu Weihrauch zu geben“, so der Chemiker Prof. Dr. René Csuk von der MLU.

„Bemerkenswerter Weise bestätigen aktuelle Studien zur Wirksamkeit des Weihrauchs seine traditionellen, sehr breit gefächerten Verwendungszwecke“, sagte Csuk. Mehrere Studien bescheinigen den im Weihrauch enthaltenen Boswelliasäuren beispielsweise eine entzündungshemmende Wirkung.

Bei der Behandlung von chronischen Krankheiten, wie Arthrose oder Morbus Crohn, Hautkrankheiten, bösartigen Gefäßneubildungen oder Geschwüren erzielen die Stoffe ebenfalls gute Ergebnisse. Des Weiteren wirken sie in Teilen sogar gegen verschiedene Krebserkrankungen. Manche Inhaltsstoffe des Weihrauchs könnten zudem eine sehr gute Ergänzung zu anderen Arzneistoffen darstellen und sogar die Wirkung anderer Stoffe verstärken.

Außerdem beschreiben die meisten Studien keine starken Nebenwirkungen. „Allerdings sind seriöse klinische Studien zu Weihrauch bislang noch Mangelware, die klinische Wirksamkeit ist noch nicht ausreichend erforscht und erwiesen“, erklärte Csuk. Weihrauch selbst ist bislang auch noch nicht vollständig erforscht: Es könnte also noch weitere, bislang unbekannte Inhaltsstoffe geben.

Myrrhe gegen Zahnfleischentzündungen

Die pharmakologische Wirkung der Myrrhe ist laut einem Bericht der hkk Krankenkasse etwas besser erforscht. Die Inhaltsstoffe der Myrrhe haben demnach einen desinfizierenden und wundheilenden Effekt. Gleichzeitig bewirken sie, dass sich das Gewebe zusammenzieht – und sie reduzieren das Wachstum von Pilzsporen und bestimmten Bakterien.

Den Angaben zufolge kommen diese Wirkungen am stärksten bei Schleimhäuten zur Geltung, so dass die gängigste Anwendung eine Tinktur ist, mit der sich leichte Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut behandeln lassen. Entsprechende Präparate und Mundspülungen sind in der Apotheke erhältlich.

Und auch zur Behandlung von chronischen Darmerkrankungen kommt Myrrhe möglicherweise in Frage. Laut der Kasse zeigen Forschungen an der Universität Leipzig, dass das Harz eine spasmolytische, also krampflösende, Wirkung hat. Hinzu kommt ein hoher Anteil von Bitter- sowie Gerbstoffen, die ebenfalls beruhigend auf die Verdauung wirken.

Gold bei Rheuma

Gold kommt nicht nur als Zahnersatz zum Einsatz, sondern unter anderem auch gegen Rheuma. Wie auf der Webseite Medizin-Transparent.at erklärt wird, erhalten manche Patientinnen und Patienten bei rheumatoider Arthritis als Basistherapie Tabletten mit Gold.

Alternativ werden in manchen Fällen auch Goldsalze in den Körper gespritzt. Diese Behandlung kann zum Beispiel bewirken, dass sich Schmerzen, Schwellungen und Steifigkeit in den Gelenken bessern.

Goldbehandlungen bei rheumatoider Arthritis sind allerdings nicht das Mittel der ersten Wahl. Sie werden in der Regel erst eingesetzt, wenn andere Therapien nicht fruchten. Zudem führen häufige Nebenwirkungen auch immer wieder zum Abbruch der Behandlung.

Einige Effekte erscheinen vergleichsweise harmlos, wie Juckreiz, Hautausschlag und Entzündungen der Mundschleimhaut; doch es kann auch zu ernsten und dauerhaften Nebenwirkungen kommen, etwa Schäden an Blutsystem, Leber und Lunge.

Auswirkungen auf das Immunsystem

Interessant sind auch die Ergebnisse von Forschenden der Edinburgh University und der University of Zaragoza. Bei ihrer Untersuchung stellten sie fest, dass kleinste Nanopartikel aus Gold bei der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden könnten.

Allerdings sei noch mehr Forschung nötig. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“.

Und Forschende der Universität Genf (UNIGE) haben in Zusammenarbeit mit der Swansea University Medical School in Großbritannien die Auswirkungen von Goldnanopartikeln auf das Immunsystem untersucht und berichteten im Fachjournal „ACS Nano“, dass solche Partikel sogenannte B-Lymphozyten stimulieren. Diese Immunzellen sind für die Produktion von Antikörpern verantwortlich. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU): Wundermittel Weihrauch? Neues Buch erschienen, (Abruf: 14.12.2019), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU)
  • ScienceDirect: Chemistry and Bioactivity of Boswellic Acids and Other Terpenoids of the Genus Boswellia, (Abruf: 14.12.2019), ScienceDirect
  • hkk Krankenkasse: Heilmittel Weihrauch und Myrrhe, (Abruf: 14.12.2019), hkk Krankenkasse
  • Medizin-Transparent.at: Kolloidales Gold: fragwürdiges „Heilmittel“ zum Trinken, (Abruf: 14.12.2019), Medizin-Transparent.at
  • Angewandte Chemie: Gold‐Triggered Uncaging Chemistry in Living Systems, (Abruf: 14.12.2019), Angewandte Chemie
  • ACS Nano: Polymer-Coated Gold Nanospheres Do Not Impair the Innate Immune Function of Human B Lymphocytes in Vitro, (Abruf: 14.12.2019), ACS Nano


Video: Die Heilkraft des Weihrauchs (Juli 2021).