News

Halsschmerzen: Stecken Viren oder Bakterien dahinter?


Halsentzündung: So lassen sich bakterielle und virale Infektionen unterscheiden

Halsschmerzen sind ein häufiges Symptom bei Infektionen der oberen Atemwege. Oft kündigen sie Erkältungen und Grippe an. Für die Beschwerden können entweder Viren oder Bakterien verantwortlich sein. Eine Hausärztin erklärt, woran man erkennen kann, um welche Art von Erregern es sich handelt.

Dr. Tina Ardon ist Hausärztin an der renommierten Mayo Clinic. Sie berichtet, wie man bei auftretenden Halsschmerzen einen bakteriellen Infekt von einem viralen unterscheiden kann.

Halsschmerzen können verschieden Ursachen haben

Der Hals schmerzt, brennt und juckt und das Schlucken wird zur Belastung. Jeder kennt wohl die lästigen Halsschmerzen, die eine Erkrankung ankündigen oder begleiten. Viele sprechen dann von einer Erkältung. Gemeint ist damit ein grippaler Infekt, den der Körper in der Regel gut selbst bekämpfen kann. Tatsächlich können aber verschiedene Auslöser hinter den Halsschmerzen stecken, die mitunter auch anders behandelt werden.

Bakterien oder Viren?

Die Begleitsymptome, die zu den Halsschmerzen auftreten, geben laut Dr. Ardon einen Hinweis darauf, ob es sich bei den Erregern um Viren oder Bakterien handelt. Dies ist entscheidend für die Behandlung, denn hinter Grippe und Erkältung stecken in der Regel Viren. Bakterieninfektionen äußern sich durch andere Begleiterscheinungen.

Halsschmerzen durch virale Erreger

Wie Dr. Ardon berichtet, treten nach einer Viren-Infektion typische Beschwerden auf, die wir mit einer Erkältung in Verbindung bringen, also beispielsweise eine laufende Nase, Niesen oder Husten. Bei solchen Symptomen „ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir es mit Bakterien zu tun haben“, so die Hausärztin.

Halsschmerzen durch Bakterien

Wenn hinter der Halsentzündung eine bakterielle Infektion steckt, handelt es sich Ardon zufolge meistens um Streptokokken, die den hinteren Teil des Halses befallen. Eine solche Infektion wird überwiegend nicht durch Husten oder Schnupfen begleitet. Eher kommt es zu Fieber und Kopfschmerzen. Darüber hinaus treten häufig im Zuge einer Streptokokken-Infektion im Hals rote Flecken im hinteren Mundraum und Schwellungen an den Mandeln auf.

Behandlungen unterscheiden sich

Gewissheit bringt allerdings nur ein Labortest, der aber lediglich in schweren Fällen durchgeführt wird. Wie die Hausärztin betont, gibt es gegen Grippeviren keine wirksame Behandlung. Viel Ruhe und viel warme Flüssigkeiten können jedoch helfen. Handelt es sich um Streptokokken, können Antibiotika helfen, wenn die Infektion einen schweren Verlauf nimmt, so Dr. Ardon. In den meisten Fällen seien es jedoch Viren, die hinter den Halsentzündungen stecken. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek



Video: Der Viren-Check. Reportage für Kinder. Checker Tobi (Juli 2021).