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Darmkrebs: Fettverbrennende Gene beeinflussen das Risiko


Erhöhen HNF4A und HNF4G das Risiko für Darmkrebs?

Gene, welche normalerweise die Stammzellen im Darm bei der Verbrennung von Nahrungsfett unterstützen, scheinen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs zu spielen.

Bei der aktuellen Untersuchung der Rutgers University-New Brunswick wurde festgestellt, dass bestimmte Gene nicht nur unsere Verbrennung von Nahrungsfett beeinflussen, sondern auch im Zusammenhang mit der Entstehung von Darmkrebs stehen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Gastroenterology“ publiziert.

Wie beeinflussen Gene das Verhalten von Stammzellen im Darm?

Die Untersuchung beschreibt einen neu identifizierten Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie Zellen Fett aufnehmen können und wie Gene das Verhalten von Stammzellen im Darm von Mäusen regulieren. Bei vorherigen Untersuchungen der Rutgers University wurde bereits festgestellt, dass zwei Gene mit der Bezeichnung HNF4A und HNF4G zusammenwirken, um die korrekte Funktion der Darmschleimhaut zu gewährleisten.

Anstieg von Stammzellen erhöht Anfälligkeit für Darmkrebs

Die Forschenden haben herausgefunden, dass zu viel Nahrungsfett im Darm zu einem Anstieg der Stammzellen beiträgt und so die Anfälligkeit für Darmkrebs erhöht wird – eine durchaus wichtige Erkenntnis.

Darmstammzellen werden ständig erneuert

Natürlicherweise verlieren alle Menschen tatsächlich täglich Millionen von Darmzellen. Ähnlich verhält es sich auch mit unseren Hautzellen. Unsere Darmstammzellen werden ständig erneuert und treiben so den kontinuierlichen Wandel der Auskleidung unseres Darmes voran. Ein großes Problem ist allerdings, dass veränderte Stammzellfunktionen zu Darmkrebs führen können.

Wie häufig tritt Darmkrebs auf?

Darmkrebs (Dickdarmkrebs oder Enddarmkrebs) ist die dritthäufigste Form von Krebs, der sowohl bei Männern als auch bei Frauen in den USA diagnostiziert wird. Schätzungsweise wird nach Angaben der American Cancer Society bei etwa 101.420 Amerikanern in diesem Jahr Darmkrebs diagnostiziert.

Wie viele Menschen erkranken jährlich in Deutschland an Darmkrebs?

In Deutschland ist Darmkrebs bei beiden Geschlechtern die zweithäufigste Form von Krebs. Laut Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken pro Jahr jeweils etwa 35.400 Männer und 30.000 Frauen an Darmkrebs. Das Risiko, im Laufe des Lebens an Darmkrebs zu erkranken, liegt bei etwa sechs Prozent.

Fettreiche Ernährung erhöht Anzahl von Darmstammzellen

Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass die Anzahl von Darmstammzellen bei Tieren durch eine fettreiche Ernährung (westliche Ernährung) zunehmen kann. Dies könnte möglicherweise ein erhöhtes Krebsrisiko durch eine solche Form der Ernährung erklären, berichten die Forschenden.

Weniger Darmstammzellen durch inaktive Gene?

Bei ihrer neuen Studie fanden die Forschenden heraus, dass Mäuse Darmstammzellen einbüßten, wenn die Gene HNF4A und HNF4G inaktiv waren. Es wird angenommen, dass diese Gene den Stammzellen dabei helfen, Fett zu verbrennen und ihnen Energie liefern. Weitere bereits geplante Untersuchungen sollen klären, ob diese beiden Gene die Anzahl der Stammzellen und das Krebsrisiko während einer fettreichen Ernährung verändern. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Lei Chen, Roshan P. Vasoya, Natalie H. Toke, Aditya Parthasarathy, Shirley Luo et al.: HNF4 Regulates Fatty Acid Oxidation and is Required for Renewal of Intestinal Stem Cells in Mice, in Gastroenterology (Abfrage: 25.11.2019), Gastroenterology



Video: Nachsorge bei Darmkrebs: Gute Darmbakterien stärken. Die Ernährungs-Docs. NDR (Juli 2021).