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Falsche Ernährung erhöht das Risiko für Depressionen

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Wie unsere Ernährung zu Depressionen beitragen kann

Nehmen wir in unserer Ernährung zu wenig Obst und Gemüse zu uns, begünstigt dies das Risiko für Depressionen. Verschiedene Inhaltstoffe der pflanzlichen Kost scheinen hier eine deutliche Schutzwirkung zu bieten, so das Ergebnis einer aktuellen Studie.

Bei der aktuellen Untersuchung der University of Toronto wurde festgestellt, dass Menschen häufiger an Depressionen erkranken, wenn sie zu wenig Obst und Gemüse zu sich nehmen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „BMC Psychiatry“ publiziert.

Wie sich Fette und Omega-3-Fettsäuren bei Männern auswirken

Nahmen Frauen und Männer nur wenig Obst und Gemüse zu sich, erhöhte dies die Wahrscheinlichkeit für Depressionen. Männer waren außerdem eher depressiv, wenn sie mehr Fett oder weniger Omega-3-Fettsäure-haltige Eier zu sich nahmen. Der Verzehr von Obst und Gemüse war in der Studie mit einem Schutz vor Depressionen verbunden. Dies bestätigt auch die Ergebnisse früherer Untersuchungen.

Warum schützen Obst und Gemüse vor Depressionen?

Entzündungshemmende und antioxidative Komponenten in Obst und Gemüse könnten die festgestellte Schutzwirkung erklären. Verschiedene Vitamine und Mineralstoffe (z.B. Magnesium, Zink, Selen) in Obst und Gemüse können die Plasmakonzentration von sogenannten C-reaktivem Protein (CRP) reduzieren, einem Marker für Entzündungen, der auch im Zusammenhang mit Depressionen steht.

Auswirkungen durch Omega-3-Fettsäuren?

Es ist durchaus plausibel, dass eine erhöhte Omega-3-Fettsäurenkonzentration in der Nahrung Auswirkungen auf die Zell-Membran-Fließfähigkeit des Zentralnervensystems und die Phospholipidzusammensetzung hat, welche die Struktur und Funktion der eingebetteten Proteine verändert und die Neurotransmission von Serotonin und Dopamin beeinflusst, berichten die Forschenden.

Begünstigen Depressionen chronische Schmerzen?

Depressionen waren mit chronischen Schmerzen und mindestens einem chronischen Beschwerdebild bei Männern und Frauen verbunden. Menschen sollten sich der Verbindung zwischen Geist und Körper bewusst sein, so könnte durch eine bessere psychische Gesundheit eine Reduzierung chronischer Schmerzen ermöglicht werden, betonen die Forschenden.

Bildung und Einkommen haben einen Einfluss auf Risiko für Depressionen

Es gibt außer der Ernährung noch andere Einflüsse im Leben, welche wichtig für die psychische Gesundheit älterer Menschen sind und diese sollten ebenso berücksichtigt werden wie beispielsweise Bildung und Einkommen, so das Forschugsteam weiter.

Migrantinnen entwickelten häufiger Depressionen

Die kanadische Studie ergab zusätzlich, dass bei Migrantinnen ab dem mittleren Alter die Wahrscheinlichkeit einer Depression erhöht ist, verglichen mit Frauen, welche in Kanada geboren wurden. Ein Zusammenhang zwischen Immigration und Depressionen könnte dabei laut Aussage der Forschenden auf viele Faktoren zurückzuführen sein. Allerdings sei der Zusammenhang nur bei Frauen festzustellen gewesen, nicht bei Männern.

Mögliche Erklärung für erhöhtes Risiko bei Migrantinnen

Es waren nicht genügend Daten vorhanden, um festzustellen, warum es einen solchen Geschlechterunterschied bei Menschen mit Migrationshintergrund gab. Es ist beispielsweise möglich, dass bei älteren Ehepaaren der Ehemann den Umzug in ein anderes Land initiiert hat und die Ehefrauen keine wirkliche Wahl hatten, ob sie ihre Heimat und ihren Freundeskreis verlassen wollten. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Karen M. Davison, Yu Lung, Shen (Lamson) Lin, Hongmei Tong, Karen M. Kobayashi, Esme Fuller-Thomson: Depression in middle and older adulthood: the role of immigration, nutrition, and other determinants of health in the Canadian longitudinal study on aging, in BMC Psychiatry (Abfrage: 13.11.2019), BMC Psychiatry



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