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Gut fürs Herz – Musik beim Autofahren


Wie können wir uns im Auto vor Stress schützen?

Stress während des Autofahrens erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und plötzlichen Herzkomplikationen. Wenn während der Fahrt die richtige Musik gehört wird, kann dieses Risiko minimiert werden, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Bei der aktuellen Untersuchung der São Paulo State University (UNESP) in Brasilien wurde festgestellt, dass durch die passende Musik während der Autofahrt auftretender Stress reduziert wird, welcher sonst zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen könnte. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Complementary Therapies in Medicine“ veröffentlicht.

Instrumentalmusik schützt unser Herz vor Stress

Da Stress während der Autofahrt ein erheblicher Risikofaktor für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und plötzlichen Herzkomplikationen darstellt, werden dringend Präventionsmaßnahmen benötigt. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung zeigen, dass Instrumentalmusik während der Fahrt im Auto zu einer Reduzierung des Risikos beiträgt.

Untersuchung umfasste nur Frauen

Die Forschenden haben festgestellt, dass die Belastung des Herzens bei den Teilnehmenden der Studie durch Musikhören während der Fahrt reduziert wurde. Bei der Untersuchung wurden die Auswirkungen von Musik auf den Herzschlag bei fünf Frauen im Alter zwischen 18 und 23 Jahren analysiert. Die Frauen fuhren nicht sehr häufig, hatten seit ein bis sieben Jahren einen Führerschein und waren ansonsten völlig gesund.

Die Teilnehmerinnen fuhren nur relativ selten Auto

Es wurden extra Frauen untersucht, die nicht sehr viel Auto fahren, weil Menschen, die häufig Auto fahren und bereits seit langem einen Führerschein haben, besser an Stresssituationen im Verkehr gewöhnt sind. Die Frauen wurden an zwei Tagen, in verschiedenen Situationen und in zufälliger Reihenfolge bewertet.

Wie lief die Studie ab?

An einem Tag fuhren die Frauen 20 Minuten lang zur Hauptverkehrszeit (17:30-18:30 Uhr) auf einer drei Kilometer langen Strecke in einem belebten Viertel von Marília, einer mittelgroßen Stadt im Nordwesten des Staates São Paulo, ohne dabei Musik zu hören. An einem anderen Tag fuhren die Teilnehmerinnen zur gleichen Tageszeit die gleiche Strecke, hörten aber Instrumentalmusik. Um den Grad des Stresses zu erhöhen, wurden die Frauen gebeten, nicht ihr eigenes Auto zu verwenden.

Wodurch wird die Herzfrequenzvariabilität beeinflusst?

Die Höhe des Herzbelastungsgrades wurde durch die Messung der Herzfrequenzvariabilität unter Verwendung eines Herzfrequenzmessgerätes eingestuft. Definiert als Schwankungen bei Intervallen zwischen aufeinanderfolgenden Herzschlägen, wird die Herzfrequenzvariabilität durch das autonome Nervensystem beeinflusst.

Wie wirkt sich das Nervensystem auf den Herzschlag aus?

Je aktiver das sogenannte sympathische Nervensystem ist, desto schneller schlägt das Herz, während das parasympathische Nervensystem dazu neigt, den Herzschlag zu verlangsamen. Erhöhte sympathische Nervensystemaktivität reduziert die Herzfrequenzvariabilität, während intensivere parasympathische Nervensystemaktivität sie erhöht.

Was konnte beobachtet werden?

Die Analyse zeigte eine Verringerung der Herzfrequenzvariabilität bei den Frauen, die ohne Musik fuhren, was auf ein niedrigeres Niveau der parasympathischen Nervensystemaktivität hinweist. Umgekehrt nahm die Herzfrequenzvariabilität bei den Personen zu, die Musik hörten, was auf eine höhere Aktivität des parasympathischen Nervensystems und eine Abnahme der Aktivität des sympathischen Nervensystems hinweist.

Musik schützt vor Stress

Das Hören von Musik reduzierte die moderate Stressbelastung, welche die Frauen während der Fahrt erlebten. Die Studie umfasste extra nur Frauen, um den Einfluss von Sexualhormonen zu kontrollieren. Die Ergebnisse könnten in Zukunft dazu beitragen kardiovaskuläre Präventionsmaßnahmen in Situationen mit akutem Stress zu schaffen. Musik könnte eine solche präventive Maßnahme zugunsten der kardiovaskulären Gesundheit in Situationen mit hohem Stress sein. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl sind allerdings weitere Forschungen notwendig. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen:

  • Myrela Alene Alvesa, David M. Garner, Joice A.T. do Amaral, Fernando R. Oliveira, Vitor E. Valenti: The effects of musical auditory stimulation on heart rate autonomic responses to driving: A prospective randomized case-control pilot study, in Complementary Therapies in Medicine (Abfrage: 13.11.2019), Complementary Therapies in Medicine


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