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Haarausfall: Erbsenkeim-Extrakte bremsen den Haarverlust


Extrakt aus Erbsensprossen zur Behandlung bei Haarausfall

Millionen Menschen weltweit leiden unter Haarausfall und für viele ist dies auch mit erheblichen psychischen Problemen verbunden. Sie wünschen sich eine einfache und effektive Behandlung, doch sind die derzeit verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten aufgrund von Nebenwirkungen und/oder eingeschränkter Wirksamkeit oft unbefriedigend. In einer aktuellen Studie wurde nun Erbsenkeim-Extrakt als eine Mittel gegen Haarverlust getestet.

Die äußere Anwendung und auch die Einnahme eines Extrakts aus Erbsensprossen kann laut einer neuen Studie, die in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlicht wurde, den Haarverlust deutlich reduzieren. Die Forschenden der Mibelle Group Biochemistry kommen zu dem Schluss, das Erbsenkeim-Extrakt ein wirksames Mittel sei, „um das Haarwachstum sicher zu fördern und den Haarausfall bei Personen zu reduzieren, die übermäßigen Haarausfall haben.“

Haarausfall in gewissem Umfang normal

Gesundes Haar erfüllt viele physiologische Funktionen und ist ein wichtiger Bestandteil der Identität, so das Forschungsteam. Zwar verlieren wir täglich rund 100 Haare, doch wachsen diese normalerweise in gleichem Umfang nach. Durch zyklischen Verlust und Neuhaarwachstum bleibt die Anzahl der Haare relativ konstant. Steigt jedoch der Anteil der Haare, die sich in der sogenannten Telogenphase (Ruhephase des Wachstums) befinden, und sinkt der Anteil der Haare in der Anagenphase (Wachstumsphase), so lässt sich ein diffuser Haarausfall beobachten, erläutern die Forschenden.

Viele Faktoren können Haarverlust verursachen

Langsam fortschreitender diffuser Haarausfall betrifft im Alter von 50 Jahren etwa jede zweite Person. Eine Vielzahl von Faktoren kann hier eine Rolle spielen, berichtet das Forschungsteam. So seien hormonelle Veränderungen, Unterernährung, Stress, Medikamenteneinnahme und eine erbliche Veranlagung als Risikofaktoren bekannt. Zwar gebe es eine Reihe von Therapien (z.B. Finasterid), doch bestehe angesichts der Nebenwirkungen ein hoher Bedarf an „sicheren, natürlichen Inhaltsstoffen, um den Haarausfall zu lindern.“

Äußere Anwendung des Erbsenkeim-Extrakts

In früheren Untersuchungen wurde bereits nachgewiesen, dass das Extrakt aus Erbsensprossen bei topischer (äußerer) Anwendung nachweislich die Haardichte verbessert, berichten die Forschenden. Die aktuelle Studie habe die zugrundeliegenden Prozesse anhand der Anwendung einer Flüssigkeit, die zwei Prozent Erbsenkeim-Extrakt (AnaGain™) enthielt, untersucht.

Veränderte Genexpression durch das Extrakt

Die Flüssigkeit wurde auf eine definierte Kopfhautzone von zehn Freiwilligen (vier Frauen und sechs Männer) aufgebracht und die Expression bestimmter Gene, die für das Haar relevant sind (Fibroblasten-Wachstumsfaktor-7 und Noggin), erfasst. So konnten die Forschenden nachweisen, dass die Genexpression durch das Extrakt deutlich erhöht (56 bzw. 85 Prozent) wird.

Einnahme des Erbsen-Extrakts ebenfalls wirksam

Weiterhin untersuchten die Forschenden in einer anschließenden Pilotstudie an 21 Freiwilligen, ob das Extrakt aus Erbsensprossen auch dann wirksam ist, wenn es als Nahrungsergänzungsmittel verzehrt wird. „Nach zwei Monaten Behandlung mit dem Erbsenextrakt erlebten 95 Prozent der Teilnehmer eine Verringerung des Haarausfalls“ und bereits „innerhalb des ersten Monats sank die durchschnittliche Anzahl der verlorenen Haare um 33,9 Prozent“, berichten die Forschenden.

Haarausfall bereits nach 28 Tagen deutlich reduziert

Auch wenn die Ergebnisse der aktuellen Studie noch in weiteren Untersuchungen mit deutlich größeren Teilnehmerzahlen überprüft werden müssen, scheint das Extrakt der Erbsensprossen eine vielversprechende Behandlungsmethode gegen Haarausfall. Das Forschungsteam betont, dass „die tägliche Einnahme von 100 mg Erbsenkeim-Extrakt (AnaGain™ Nu) den Haarausfall bereits nach 28 Tagen Behandlung deutlich reduziert.“ Zudem seien bislang keine unerwünschten Nebenwirkungen bekannt. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Dipl. Geogr. Fabian Peters

Quellen:

  • Torsten Grothe, Franziska Wandrey, Cornelia Schuerch: Short communication: Clinical evaluation of pea sprout extract in the treatment of hair loss; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 03.11.2019), onlinelibrary.wiley.com



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