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Schlaganfall-Vorbeugung durch viel Bewegung


Mit viel Bewegung kann Schlaganfällen vorgebeugt werden

Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu mehr als einer Viertelmillion Schlaganfällen. Der sogenannte Hirninfarkt zählt zu den drei häufigsten Todesursachen. Wer die Erkrankung überlebt, muss oft dauerhaft mit körperlichen Einschränkungen im Alltag leben. Doch könnte ein entscheidender Teil der Schlaganfälle durch vorbeugende Maßnahmen verhindert werden.

Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Treffen kann es grundsätzlich jeden – vom Säugling bis zum Greis. Vorgebeugt werden kann diesen, indem bestimmte Risikofaktoren minimiert werden. „70 Prozent aller Schlaganfälle wären vermeidbar. Insbesondere durch mehr Bewegung“, schreibt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in einer aktuellen Mitteilung.

Beeinflussbare Risikofaktoren

„Ursache für einen Schlaganfall können nicht beeinflussbare und beeinflussbare Risikofaktoren sein“, erläutert die Deutsche Schlaganfall-Hilfe auf ihrer Webseite. Nicht beeinflussbar sind unter anderem Faktoren wie Vererbung oder das Lebensalter. Beeinflussbar hingegen sind Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Arteriosklerose, Vorhofflimmern, Diabetes mellitus, Übergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum, Stress und Bewegungsmangel.

Vor allem letzterer Faktor steht beim diesjährigen Weltschlaganfall-Tag am 29. Oktober im Fokus. „Das Schlüsselwort heißt Bewegung“, erklärt Prof. Dominik Michalski, Oberarzt der Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit) der Klinik und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) in einer Mitteilung. „Wer einem Schlaganfall vorbeugen will, sollte sich viel bewegen sowie Blutdruck, Blutzucker und die Blutfettwerte möglichst normal halten.“

Bewegung ist wohl der wichtigste „Gesundmacher“

Dementsprechend lautet auch das Motto der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zum Welt-Schlaganfalltag in diesem Jahr „Jeder Schritt zählt!“. Bewegung dürfte laut den Fachleuten wohl der wichtigste „Gesundmacher“ sein. „Weil körperliche Aktivität nicht nur die Gefäße gesünder macht, sondern auch weitere Risikofaktoren für einen Schlaganfall wie Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen und Übergewicht reduziert“, erläutert Miriam Mashkoori, Präventionsexpertin der Deutschen Schlaganfall-Hilfe.

Laut der Stiftung geht es dabei nicht um sportliche Spitzenleistungen. Für eine gute Schlaganfall-Prävention kann es beispielsweise ausreichen, an fünf Tagen in der Woche 30 Minuten zu walken. „Wer 150 Minuten pro Woche moderaten Sport treibt, der macht schon sehr viel richtig. Das entspricht den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO“, so Mashkoori.

Für Prof. Michalski gehört neben der ausreichenden Bewegung auch die ausgewogene Ernährung zu einem Vorsorge-Maßnahmenbündel, um das Risiko für sogenannte kardiovaskuläre Ereignisse, zu denen der Schlaganfall gehört, so gering wie möglich zu halten. Dass das nicht immer jeder einfach so umsetzen kann, ist dem UKL-Experten klar: „Es braucht viel positive Motivation, um seinen Lebensstil zu ändern.“

Erneuten Schlaganfall verhindern

Leider lassen sich aber Schlaganfälle auch bei bester Vorsorge nicht in jedem Fall verhindern. „Trotz Verbesserungen in der so genannten Akuttherapie direkt nach dem Ereignis, durch die verschlossene Hirngefäße wieder eröffnet werden können, leiden viele Betroffene nach einem Schlaganfall an dauerhaften Einschränkungen in ihrem Alltag, wie beispielsweise Lähmungen oder Schwierigkeiten beim Sprechen“, erklärt Prof. Michalski.

Entscheidend sind deswegen auch die Möglichkeiten der Nachsorge. Neben dem Abbau der schlaganfallbedingten Defizite gehe es auch darum, zu verhindern, dass ein erneuter Schlaganfall auftritt. „Zusätzlich zur richtigen Medikation spielen dabei interessanterweise die gleichen Maßnahmen wie bei der Vorsorge eine entscheidende Rolle, also Bewegung, Ernährung und die optimale Einstellung von Risikofaktoren wie erhöhten Blutfetten“, so Michalski. „Die Betroffenen müssten allerdings noch stärker auf die Umsetzung dieses Maßnahmenbündels achten, wobei regelmäßige ärztliche Kontrollen, zum Beispiel durch den Hausarzt, helfen können.“ (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.


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