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Todesfälle durch häusliche Unfälle stark angestiegen

Todesfälle durch häusliche Unfälle stark angestiegen


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So schützen Sie sich vor tödlichen Unfällen im Haushalt

In den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl der Todesfälle in Deutschland durch Unfälle in den eigenen vier Wänden fast verdoppelt. Starben im Jahr 2007 rund 6.300 Personen bei häuslichen Unfällen, waren es im Jahr 2017 schon über 11.000 Menschen. Häufigste Unfallursache ist ein Sturz durch Ausrutschen, Stolpern oder einen Fall von einer Leiter oder Treppe.

Die Aktion „Das sichere Haus (DSH)“ wertete die Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes aus. Besonders auffällig war dabei der starke Anstieg der Todesfälle durch Unfälle im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung. Ein Grund sieht die DSH in der Zunahme von Seniorinnen und Senioren, denn mit steigendem Alter steigt auch die Gefahr eines häuslichen Unfalls mit Todesfolge. Ab einem Alter von 85 Jahren ist das Risiko am höchsten.

Stürze sind mit zunehmenden Alter besonders gefährlich

Wie sich bei der Auswertung der Statistik zeigte, starben im Jahr 2017 insgesamt 11.002 Menschen durch einen häuslichen Unfall. Der Sturz war dabei mit großem Abstand die Hauptunfallursache. 9.373 Personen starben allein an den Folgen eines Sturzes. Seniorinnen und Senioren waren besonders häufig betroffen. 7.990 Sturzopfer waren älter als 75 Jahre alt.

So können Stürze im Alter verhindert werden

Die DSH hält den schleichenden Abbau der Muskelkraft, das abnehmende Balancegefühl sowie die Selbstüberschätzung im Alter für die Ursachen der häufigen Stürze. Die Expertinnen und Experten empfehlen deshalb besonders im Alter gezielte Kraftübungen für Oberarme und Oberschenkelmuskulatur sowie regelmäßige Bewegung. Außerdem könne eine calciumreiche Ernährung helfen, die Knochen und Muskelfunktionen zu stärken. Ebenso wichtig sei die Beseitigung von Sturzfallen und eine gute Beleuchtung im Haushalt.

Diese Beschwerden und Erkrankungen erhöhen das Sturzrisiko

Auch andere Erkrankungen und Beschwerden erhöhen laut DSH das Risiko zu stürzen und sich dabei ernsthaft zu verletzen. Mögliche Risikofaktoren sind beispielsweise

  • ein vorheriger Sturz innerhalb der letzten sechs Monate,
  • ein Knochenbruch innerhalb der letzten fünf Jahren,
  • Osteoporose,
  • Sehbehinderungen wie grüner Star, grauer Star oder Netzhautdegeneration,
  • Parkinson,
  • ein vorheriger Schlaganfall mit Gehbehinderung als Folge,
  • Epilepsie,
  • Demenz,
  • Depression.

Diese Medikamente erhöhen das Sturzrisiko

Rund die Hälfe aller Menschen in Deutschland über 60 Jahre nehmen Medikamente ein. Einige gängige Arzneien wirken sich auch auf die Ballance und das Einschätzungsvermögen aus und erhöhen so die Sturzgefahr. Dazu gehören zum Beispiel

  • Schlafmittel,
  • Blutdrucksenker,
  • Beruhigungsmittel,
  • Antidepressiva.

Weitere Risikofaktoren und Sturzfallen

Neben den oben aufgeführten Risikofaktoren nennt die DSH auch Kleidung und Möbel als mögliche Sturzverursacher. Die Wohnungseinrichtung sollte so aufgestellt werden, dass keine Möbel im Weg stehen und man nicht an den Einrichtungsgegenständen hängen bleiben oder sich stoßen kann. Ebenso sollte die Kleidung so gewählt werden, dass man nicht darauf treten oder an Gegenständen wie Türklinken hängen bleiben kann. Ältere Personen sollten auch festsitzende Hausschuhe tragen, aus denen man nicht so schnell herausschlüpfen kann bzw. die nicht einfach von Fuß rutschen können. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek



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