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Starker Anstieg der Erkrankungen: Gesundheitsministerin rät zur Impfung gegen FSME

Starker Anstieg der Erkrankungen: Gesundheitsministerin rät zur Impfung gegen FSME

Gesundheitsministerin wirbt erneut für FSME-Schutzimpfungen

In Bayern wird seit Juni ein starker Anstieg der FSME-Fälle beobachtet. Die Gesundheitsministerin des Freistaats, Melanie Huml, ruft daher erneut zur Impfung gegen die gefährliche Infektionskrankheit auf.

Seit Juni nehmen die FSME-Fälle zu

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) wirbt angesichts der gestiegenen Fallzahl der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erneut für Schutzimpfungen. „In diesem Jahr hat es bislang 95 FSME-Fälle gegeben (Stand 22. Juli 2019). Das sind 23 Fälle weniger als im Vorjahreszeitraum“, so die Politikerin laut einer Mitteilung. Doch: „Seit Juni beobachten wir – wie für die FSME typisch – einen starken Anstieg der Fälle.“

Personen in Risikogebieten sollten sich impfen lassen

„Vor allem wer sich oft in der Natur aufhält – etwa beim Wandern oder auch im eigenen Garten – sollte sich jetzt noch impfen lassen“, sagte Huml, die selbst ausgebildete Ärztin ist.

„Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine FSME-Impfung für Personen, die in Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen könnten“, so Huml.

„In Deutschland befinden sich Risikogebiete hauptsächlich in Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen sowie im südöstlichen Thüringen, vereinzelt auch in Mittelhessen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Rheinland-Pfalz (Birkenfeld), Sachsen (Vogtlandkreis) und dem Saarland (Saar-Pfalz-Kreis)“, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrem Portal „infektionsschutz.de“.

Schwere Krankheitsverläufe möglich

Wie das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege auf seiner Webseite erklärt, sind bis zu 30 Prozent aller Infektionen mit FSME-Viren mit Beschwerden verbunden.

Die Erkrankung verläuft typischerweise in zwei Phasen.

In der Regel treten zunächst etwa ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenbiss grippeähnliche Symptome auf, wie Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, gelegentlich auch Magen- und Darmbeschwerden.

Wie die Experten weiter erläutern, können nach einem beschwerdefreien Intervall von etwa einer Woche neurologische Symptome als Zeichen einer Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung auftreten.

„FSME ist keine Lappalie. Denn die Folge können Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark sein. Vor allem bei älteren Menschen kann die Erkrankung schwer verlaufen. Aber auch Kinder sind gefährdet“, sagte Huml.
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Zecken können auch Borreliose übertragen

„Zecken können neben FSME auch die Infektionskrankheit Lyme-Borreliose übertragen. Bei ihr kann es auch Wochen bis Monate nach dem Stich noch unter anderem zu schmerzhaften Nervenentzündungen kommen“, erläuterte die Ministerin.

In diesem Jahr wurden dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bislang 2.209 Borreliose-Fälle gemeldet – im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 2.498 Borreliose-Fälle. Auch hier steigen die übermittelten Erkrankungen in Bayern seit Juni stark an.

„Gegen die Infektionskrankheit Lyme-Borreliose schützt keine Impfung, sie kann aber in der Regel gut mit Antibiotika therapiert werden. Je früher dies geschieht, umso besser ist es“, erklärte Huml.

„Borreliose kann auch Wochen nach dem Zeckenstich noch zu schmerzhaften Entzündungen zum Beispiel von Nerven oder Gelenken führen, deshalb ist eine möglichst frühzeitige Diagnose wichtig.“

Die Lyme-Borreliose ist gut an der sogenannten Wanderröte, einem ringförmigen Rötung um die Zeckenstichstelle, erkennbar. Laut bisherigen Auswertungen bayerischer Meldezahlen sind etwa 97 Prozent der gemeldeten Fälle eine Wanderröte.

Es ist wichtig, Zecken möglichst rasch und mit einem dafür geeigneten Werkzeug zu entfernen und die Hautstelle auf das Auftreten der Wanderröte (Erythema migrans) zu beobachten und umgehend einen Arzt aufzusuchen. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.


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