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Tödlicher Badeausflug: Mann stirbt an Gehirn-fressenden Amöben


Seltene Gehirninfektion durch eine Amöbe: Mann stirbt nach Badeausflug

In den USA ist ein Mann an einer Krankheit gestorben ist, die durch eine Amöbe verursacht wurde. Infiziert hat er sich bei einem Besuch in einem Erlebnisbad. Es ist nicht der erste Todesfall, der mit dem „hirnfressenden“ Parasiten in Verbindung gebracht wird.

Amöbe verursachte die tödliche Krankheit

Laut einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums von North Carolina, NCDHHS (North Carolina Department of Health and Human Services), ist in den USA eine Person an einer Krankheit gestorben ist, die durch eine Amöbe verursacht wurde. Medienberichten zufolge handelte es sich dabei um einen 59 Jahre alten Mann. Er erkrankte nachdem er am 12. Juli 2019 im Fantasy Lake Water Park, einem Erlebnisbad im Cumberland County geschwommen war.

Keine Gefahr beim Verschlucken von Wasser

Labortests in den Bundeszentren für Seuchenkontrolle und -prävention bestätigten, dass die Krankheit der Person durch Naegleria fowleri verursacht wurde, eine Amöbe (einzelliger lebender Organismus), die in den Südstaaten der USA häufig in warmem Süßwasser vorkommt.

Wie das NCDHHS erklärt, verursacht der Einzeller, der als „gehirnfressende“ Amöbe bezeichnet wird, beim Verschlucken keine Krankheit, wenn er aber die Nase in den menschlichen Organismus gelangt – etwa beim Tauchen, Wasserskifahren oder anderen Wassersportarten -, kann er tödlich wirken.

Denn der Einzeller dringt bis ins Gehirn vor, wo er innerhalb von wenigen Tagen das Hirngewebe zersetzt.

Diese seltenen Infektionen treten normalerweise auf, wenn es längere Zeit heiß ist, was zu höheren Wassertemperaturen und niedrigeren Wasserständen führt.

Berichte über Todesfälle

„Für eine Infektion reicht vermutlich ein kurzer, einmaliger Kontakt“, erklärt das Robert Koch Institut (RKI) auf seiner Webseite.

Die Symptome einer Naegleria fowleri-Infektion beginnen mit starken Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Erbrechen und führen zu steifem Nacken, Krämpfen und Koma.

Die Erkrankung kann wenige Tage bis mehrere Monate dauern und endet meist tödlich, wie auch verschiedene Fallbeispiele zeigen.

So ist etwa eine Frau in Kalifornien nach dem Baden im Swimmingpool verstorben, weil sie sich dabei den Parasiten Naegleria fowleri eingefangen hatte.

Diese Amöben-Art war auch für den Tod eines 18-jährigen Mädchens aus North Carolina verantwortlich. Die Teenagerin hatte sich beim Schwimmen im See infiziert.

Und im vergangenen Jahr wurde über den Fall einer Frau berichtet, die nach einer vermeintlich harmlosen Nasendusche verstorben ist, weil sie sich dabei besagte Amöbe zuzog.

Infektionen sind selten

In North Carolina wird nun verstärkt über das Vorkommen von Naegleria fowleri und über die Vorsichtsmaßnahmen in natürlichen Gewässern aufgeklärt.

„Unser Mitgefühl gilt der Familie und den Angehörigen“, sagte der Staatsepidemiologe Zack Moore, MD.

„Die Menschen sollten sich darüber im Klaren sein, dass dieser Organismus in warmen Süßwasserseen, Flüssen und heißen Quellen in North Carolina vorkommt. Seien Sie also beim Schwimmen oder Baden achtsam.“

Naegleria fowleri-Infektionen sind selten. Von 1962 bis 2018 wurden in den USA nur 145 Infizierte bekannt (zwischen null und acht Fälle pro Jahr). In North Carolina traten in diesem Zeitraum fünf Fälle auf.

So schützen Sie sich

Laut der NCDHHS-Mitteilung kann man nicht durch Trinkwasser mit Naegleria fowleri infiziert werden. In Salzwasser kommt die Amöbe demnach nicht vor.

Da es keine Möglichkeit gibt, diesen Einzeller aus Süßwasserseen zu entfernen, werden in wärmeren Gebieten, in denen diese Infektion häufiger vorkommt, folgende Vorsichtsmaßnahmen empfohlen:

Begrenzen Sie die Wassermenge, die Ihre Nase hinauffließt. Halten Sie die Nase zu, verwenden Sie Nasenklemmen oder halten Sie Ihren Kopf über Wasser, wenn Sie in warmem Süßwasser sind.

Vermeiden Sie Aktivitäten in warmem Süßwasser bei hohen Wassertemperaturen und niedrigem Wasserstand.

Vermeiden Sie in flachen, warmen Süßwassergebieten im Sediment zu graben oder es aufzuwühlen. (ad)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.


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